Hundefutter richtig umstellen – Schritt für Schritt zum neuen Futter
Eine Futterumstellung beim Hund kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen. Vielleicht soll eine andere Sorte oder Proteinquelle gefüttert werden, der Hund wechselt von Nass- auf Trockenfutter oder umgekehrt, oder die bisherige Fütterung soll grundsätzlich verändert werden.
Nicht jeder Hund reagiert gleich auf einen Futterwechsel. Während manche Hunde ein neues Futter problemlos annehmen, können andere empfindlicher auf Veränderungen reagieren. Deshalb kann es sinnvoll sein, das bisherige Futter nicht von einem Tag auf den anderen vollständig zu ersetzen, sondern die Umstellung schrittweise vorzunehmen.
Wie lange eine Futterumstellung dauert, lässt sich dabei nicht pauschal festlegen. Neben dem bisherigen und dem neuen Futter spielt auch eine Rolle, wie der einzelne Hund auf die Veränderung reagiert.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie eine schrittweise Futterumstellung aussehen kann, worauf während des Wechsels geachtet werden sollte und welche Besonderheiten beim Wechsel zwischen Nassfutter und Trockenfutter eine Rolle spielen können.
Warum wird das Hundefutter umgestellt?
Für einen Futterwechsel kann es unterschiedliche Gründe geben. Manchmal soll lediglich eine andere Sorte oder Proteinquelle ausprobiert werden, in anderen Fällen ändert sich die Art der Fütterung grundsätzlich.
Ein häufiger Anlass ist eine veränderte Lebensphase. Welpen, ausgewachsene Hunde und ältere Hunde können unterschiedliche Anforderungen an ihre Fütterung haben. Auch Veränderungen bei Aktivität, Körpergewicht oder der allgemeinen Lebenssituation können dazu führen, dass ein anderes Futter gewählt wird.
Weitere Gründe können Unverträglichkeiten, Allergien oder Erkrankungen sein. Ist aus gesundheitlichen Gründen eine spezielle Ernährung oder ein Diätfuttermittel erforderlich, sollte die Auswahl und Umstellung des Futters mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Auch ein Wechsel zwischen verschiedenen Nass- oder Trockenfuttern oder der Übergang von Nassfutter zu Trockenfutter beziehungsweise von Trockenfutter zu Nassfutter kann eine Futterumstellung erforderlich machen.
Unabhängig vom Grund des Futterwechsels sollte das neue Futter hinsichtlich Zusammensetzung, Verwendungszweck und Fütterungsempfehlung neu betrachtet werden. Die bisher gefütterte Menge lässt sich nicht automatisch auf ein anderes Futter übertragen, da sich beispielsweise Energiegehalt und Zusammensetzung unterscheiden können.
Wie lange dauert eine Futterumstellung?
Wie lange eine Futterumstellung dauert, lässt sich nicht für jeden Hund gleich festlegen. Manche Hunde kommen mit einem Futterwechsel problemlos zurecht, während andere empfindlicher auf Veränderungen reagieren.
Als Orientierung kann eine schrittweise Umstellung über etwa 7 bis 10 Tage erfolgen. Dabei wird der Anteil des neuen Futters nach und nach erhöht und die Menge des bisherigen Futters entsprechend reduziert.
Eine mögliche Aufteilung sieht beispielsweise so aus:
- Tag 1–3: 25 % neues Futter und 75 % bisheriges Futter
- Tag 4–6: 50 % neues Futter und 50 % bisheriges Futter
- Tag 7–9: 75 % neues Futter und 25 % bisheriges Futter
- Ab Tag 10: 100 % neues Futter
Dieser Ablauf ist lediglich eine Orientierung und kein fester Zeitplan. Bei empfindlichen Hunden kann es sinnvoll sein, die einzelnen Schritte langsamer durchzuführen und dem Hund mehr Zeit für die Umstellung zu geben.
Während der Umstellung sollte beobachtet werden, wie der Hund das neue Futter annimmt und wie seine Verdauung darauf reagiert. Veränderungen der Kotkonsistenz, Blähungen oder andere Verdauungsbeschwerden können im Zusammenhang mit einem Futterwechsel auftreten. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Was tun, wenn der Hund das neue Futter nicht verträgt?
Nicht jede Veränderung während einer Futterumstellung bedeutet automatisch, dass der Hund das neue Futter nicht verträgt. Vorübergehend können sich beispielsweise Kotkonsistenz, Kotabsatz oder Verdauung verändern.
Treten leichte Veränderungen auf, kann es sinnvoll sein, die Umstellung zunächst langsamer fortzuführen oder einen Schritt zurückzugehen. Der Anteil des neuen Futters wird dann vorerst nicht weiter erhöht oder wieder etwas reduziert. Anschließend kann beobachtet werden, wie der Hund darauf reagiert.
Auch ein Blick auf das Futter selbst kann sinnvoll sein. Geruch, Aussehen, Verpackung und Haltbarkeit sollten unauffällig sein, damit Veränderungen nicht vorschnell der eigentlichen Futterumstellung zugeschrieben werden.
Anders sieht es bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden aus. Wiederholtes Erbrechen, anhaltender oder stärker werdender Durchfall, deutliche Appetitlosigkeit, starker Juckreiz oder eine Beeinträchtigung des Allgemeinzustands sollten nicht einfach als normale Begleiterscheinungen einer Futterumstellung angesehen werden.
In solchen Fällen sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch, wenn der Verdacht auf eine Futtermittelallergie oder eine andere Erkrankung besteht.
Futtermenge nach der Futterumstellung
Nach einer Futterumstellung sollte die bisherige Futtermenge nicht automatisch übernommen werden. Verschiedene Hundefutter können sich deutlich in ihrem Energiegehalt und ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Deshalb kann ein Hund vom neuen Futter eine andere Menge benötigen als vom bisherigen.
Eine erste Orientierung bietet die Fütterungsempfehlung des neuen Futters. Die dort angegebene Menge ist jedoch ein Richtwert. Der tatsächliche Bedarf kann unter anderem von Körpergewicht, Alter, Aktivität und der individuellen körperlichen Verfassung des Hundes abhängen.
Besonders beim Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter können sich die Gramm-Mengen deutlich unterscheiden. Trockenfutter enthält wesentlich weniger Wasser und ist häufig energiereicher pro Gramm als Nassfutter. Die Mengen beider Futterarten sollten deshalb nicht direkt miteinander verglichen werden.
Nach der Umstellung kann beobachtet werden, wie sich das Körpergewicht des Hundes entwickelt. Bei Veränderungen kann die Futtermenge entsprechend angepasst werden.
Quellen & weiterführende Links
Weiterführende Ratgeber auf funem.de
Nassfutter für Hunde – der große Ratgeber
Trockenfutter für Hunde – der große Ratgeber
Externe Quellen
AniCura – Ihr Hund erbricht? Ursachen und Erste-Hilfe-Tipps
Veterinärmedizinische Universität Wien – Diplomarbeit zur Hundeernährung
Häufige Fragen zur Futterumstellung beim Hund
Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
Antwort: Als Orientierung kann eine schrittweise Futterumstellung über etwa 7 bis 10 Tage erfolgen. Wie lange die Umstellung tatsächlich dauert, hängt jedoch vom einzelnen Hund ab. Empfindliche Hunde können mehr Zeit benötigen.
Kann man Hundefutter von heute auf morgen umstellen?
Antwort: Manche Hunde kommen auch mit einem direkten Futterwechsel zurecht. Eine schrittweise Umstellung bietet jedoch die Möglichkeit, den Hund langsam an das neue Futter zu gewöhnen und seine Reaktion während des Wechsels zu beobachten.
Wie mischt man altes und neues Hundefutter?
Antwort: Zu Beginn kann beispielsweise mit 25 % neuem und 75 % bisherigem Futter begonnen werden. Anschließend wird der Anteil des neuen Futters schrittweise erhöht, bis schließlich vollständig das neue Futter gefüttert wird.
Was tun, wenn der Hund bei der Futterumstellung Durchfall bekommt?
Antwort: Verändert sich die Verdauung während der Umstellung, kann zunächst der Anteil des neuen Futters langsamer erhöht oder wieder etwas reduziert werden. Bei starkem, wiederholtem oder anhaltendem Durchfall sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Sind Blähungen bei einer Futterumstellung normal?
Antwort: Blähungen können im Zusammenhang mit einem Futterwechsel auftreten. Ob sie tatsächlich durch die Umstellung verursacht werden, lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten. Halten sie an oder treten weitere Beschwerden auf, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Muss die Futtermenge nach einem Futterwechsel geändert werden?
Antwort: Nicht unbedingt, sie sollte aber neu überprüft werden. Verschiedene Hundefutter können einen unterschiedlichen Energiegehalt haben. Deshalb sollte die Fütterungsempfehlung des neuen Futters als erste Orientierung verwendet werden.
Kann man von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen?
Antwort: Ja. Auch hierbei kann das neue Futter schrittweise eingeführt werden. Zu beachten ist, dass Nass- und Trockenfutter einen unterschiedlichen Wasser- und Energiegehalt haben und deshalb die benötigten Gramm-Mengen nicht direkt miteinander vergleichbar sind.
Kann man von Nassfutter auf Trockenfutter umstellen?
Antwort: Ja. Auch der Wechsel von Nass- auf Trockenfutter kann schrittweise erfolgen. Da Trockenfutter deutlich weniger Feuchtigkeit enthält, sollte dem Hund jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.



