Nassfutter für Hunde – Zusammensetzung, Deklaration und Auswahl
Nassfutter gehört zu den verschiedenen Möglichkeiten, einen Hund zu ernähren. Doch ein Blick auf unterschiedliche Produkte zeigt schnell: Nassfutter ist nicht gleich Nassfutter. Es gibt fertig zusammengestellte Menüs, Reinfleisch- und Pur-Fleischprodukte sowie Rezepturen mit ganz unterschiedlichen Proteinquellen. Manche enthalten nur eine tierische Proteinquelle, andere kombinieren mehrere – beispielsweise Huhn mit Rind oder Kaninchen mit Fisch. Auch Insekten können als Proteinquelle eingesetzt werden.
Auch bei der Zusammensetzung gibt es deutliche Unterschiede. Je nach Produkt können beispielsweise Fleisch und Innereien, Fisch, Gemüse, Obst, Getreide oder andere pflanzliche Bestandteile, Öle, Mineralstoffe und ernährungsphysiologische Zusatzstoffe enthalten sein. Welche Bestandteile verwendet werden und in welchem Verhältnis sie enthalten sind, hängt von der jeweiligen Rezeptur ab.
Eine wichtige Orientierung bietet die Deklaration auf der Verpackung. Sie gibt unter anderem Auskunft über die Zusammensetzung, analytische Bestandteile und darüber, ob ein Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel angeboten wird. Auch Begriffe wie Monoprotein, getreidefrei oder Fleischanteil begegnen Hundehaltern bei der Auswahl immer wieder.
In diesem Ratgeber erklären wir Schritt für Schritt, was hinter diesen Angaben steckt und wie sich unterschiedliche Nassfutterkonzepte voneinander unterscheiden. Außerdem schauen wir uns die Fütterungsmenge, die Umstellung auf ein anderes Futter und die richtige Lagerung von Nassfutter an.
Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Fütterungskonzept als das richtige vorzugeben. Hunde, ihre Lebenssituationen und die Vorstellungen ihrer Halter sind unterschiedlich. Dieser Ratgeber soll dir deshalb vor allem dabei helfen, Angaben auf Nassfutter besser zu verstehen und verschiedene Produkte selbst einordnen zu können.
Was ist Nassfutter für Hunde?
Als Nassfutter oder Feuchtfutter werden Futtermittel bezeichnet, die einen vergleichsweise hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Die Feuchtigkeit stammt dabei sowohl aus den verwendeten Zutaten als auch – je nach Rezeptur und Herstellungsverfahren – aus zusätzlich eingesetzter Flüssigkeit. Angeboten wird Nassfutter beispielsweise in Dosen, Schalen oder Beuteln.
Welche Zutaten enthalten sind, kann sich von Produkt zu Produkt deutlich unterscheiden. Je nach Rezeptur können verschiedene tierische und pflanzliche Bestandteile sowie weitere Zutaten zum Einsatz kommen. Deshalb lässt sich allein aus der Bezeichnung „Nassfutter“ noch nicht auf die genaue Zusammensetzung eines Produktes schließen.
Auch die Bezeichnung Nassfutter sagt zunächst nicht aus, ob ein Produkt für die alleinige Fütterung vorgesehen ist. Entscheidend ist die jeweilige Deklaration als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel. Darauf gehen wir in einem eigenen Abschnitt noch genauer ein.
Nassfutter beschreibt damit in erster Linie eine Futterform. Was tatsächlich enthalten ist und für welche Art der Fütterung ein Produkt vorgesehen ist, zeigt erst der genauere Blick auf die Angaben des Herstellers.
Welche Arten von Nassfutter für Hunde gibt es?
Wer nach Nassfutter für seinen Hund sucht, trifft auf sehr unterschiedliche Produkte und Bezeichnungen. Neben klassischen Menüs gibt es Reinfleisch- und Pur-Fleischprodukte, Monoprotein-Rezepturen, Kombinationen verschiedener tierischer Proteinquellen, Nassfutter mit alternativen Proteinquellen wie Insekten sowie vegetarische Rezepturen.
Die Begriffe beschreiben dabei unterschiedliche Eigenschaften eines Futters. „Monoprotein“ sagt beispielsweise etwas über die verwendeten tierischen Proteinquellen aus, während „Alleinfuttermittel“ und „Ergänzungsfuttermittel“ die vorgesehene Verwendung des Futtermittels beschreiben. Deshalb lohnt es sich, die einzelnen Bezeichnungen getrennt voneinander zu betrachten.
Nassfutter-Menüs
Bei einem Menü werden verschiedene Zutaten zu einer gemeinsamen Rezeptur zusammengestellt. Neben tierischen Bestandteilen können beispielsweise Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis, Hirse, Buchweizen oder andere pflanzliche Zutaten enthalten sein. Je nach Rezeptur kommen außerdem Öle, Mineralstoffe oder ernährungsphysiologische Zusatzstoffe hinzu.
Wie ein solches Menü zusammengesetzt ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller und sogar zwischen den einzelnen Sorten einer Produktlinie. Die Bezeichnung „Menü“ allein sagt deshalb noch nicht aus, welche Zutaten enthalten sind oder in welchem Verhältnis sie eingesetzt werden.
Auch lässt sich aus der Bezeichnung nicht automatisch ableiten, ob es sich um ein Alleinfuttermittel handelt. Hierfür ist die entsprechende Angabe auf dem Produkt entscheidend.
Reinfleisch und Pur-Fleisch
Eine weitere Form von Nassfutter sind Produkte, die als Reinfleisch, Pur-Fleisch oder mit vergleichbaren Bezeichnungen angeboten werden. Im Mittelpunkt stehen hier die tierischen Bestandteile.
Auch bei diesen Produkten lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung. „Pur“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich in der Dose ausschließlich Muskelfleisch befindet. Je nach Produkt können beispielsweise Muskelfleisch und verschiedene Innereien oder andere Bestandteile einer Tierart verarbeitet werden.
Reinfleisch- und Pur-Produkte werden häufig für individuell zusammengestellte Futterrationen verwendet. Ob ein konkretes Produkt als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel vorgesehen ist, sollte jedoch immer anhand der jeweiligen Deklaration geprüft werden. Die Produktbezeichnung allein reicht dafür nicht aus.
Monoprotein-Nassfutter
Der Begriff Monoprotein wird für Rezepturen verwendet, bei denen eine einzelne tierische Proteinquelle im Mittelpunkt steht. Das kann beispielsweise Rind, Huhn, Pferd, Ziege, Kaninchen oder eine andere Proteinquelle sein.
Dabei sollte man auch hier auf die genaue Deklaration achten. Eine Rezeptur mit der Proteinquelle Rind kann beispielsweise unterschiedliche Bestandteile vom Rind enthalten. Monoprotein bedeutet daher nicht automatisch „nur Muskelfleisch“.
Für Hundehalter kann die Angabe vor allem dabei helfen, die verwendeten tierischen Proteinquellen eines Produktes leichter zu überblicken. Ob Monoprotein für den eigenen Hund gewünscht oder erforderlich ist, hängt von der jeweiligen Fütterungssituation ab.
Nassfutter mit mehreren tierischen Proteinquellen
Nicht jedes Nassfutter beschränkt sich auf eine einzige tierische Proteinquelle. Manche Rezepturen kombinieren bewusst verschiedene Tierarten oder tierische Zutaten miteinander.
So kann ein Nassfutter beispielsweise Huhn und Rind oder Kaninchen und Fisch enthalten. Welche Kombination verwendet wird und wie hoch die jeweiligen Anteile sind, ergibt sich aus der Zusammensetzung des konkreten Produktes.
Eine Rezeptur mit mehreren Proteinquellen ist damit zunächst einfach ein anderes Fütterungskonzept als ein Monoprotein-Produkt. Daraus allein lässt sich keine allgemeine Aussage darüber ableiten, welche Variante für einen Hund die bessere Wahl ist.
Nassfutter mit Fisch
Auch Fisch kann Bestandteil eines Nassfutters sein. Je nach Rezeptur wird er als tierische Proteinquelle eingesetzt oder mit anderen tierischen Bestandteilen kombiniert.
So gibt es sowohl Rezepturen, bei denen Fisch im Mittelpunkt steht, als auch Kombinationen aus Fisch und einer weiteren tierischen Proteinquelle. Welche Zutaten tatsächlich verarbeitet wurden, lässt sich wiederum anhand der Zusammensetzung erkennen.
Nassfutter mit Insekten
Neben klassischen tierischen Proteinquellen gibt es mittlerweile auch Nassfutter, bei dem Insekten als Proteinquelle eingesetzt werden.
Auch hier gelten grundsätzlich dieselben Fragen wie bei anderen Nassfuttersorten: Welche weiteren Zutaten enthält die Rezeptur? Handelt es sich um eine einzelne oder mehrere Proteinquellen? Und ist das Produkt als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel deklariert?
Die Verwendung von Insekten beschreibt zunächst lediglich die gewählte Proteinquelle. Sie macht ein Nassfutter nicht automatisch besser oder schlechter als eine Rezeptur mit Rind, Huhn, Fisch oder einer anderen tierischen Proteinquelle.
Vegetarisches Nassfutter
Mittlerweile gibt es auch vegetarisches Nassfutter für Hunde. Bei diesen Rezepturen wird auf Fleisch und Fisch verzichtet. Stattdessen werden andere Zutaten und Proteinquellen verwendet, deren genaue Zusammensetzung sich je nach Produkt unterscheidet.
Auch bei vegetarischem Nassfutter ist die Deklaration entscheidend. Die Bezeichnung „vegetarisch“ beschreibt zunächst die Art der Rezeptur, sagt aber für sich allein noch nicht aus, ob das Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel vorgesehen ist.
Damit ist vegetarisches Nassfutter ein weiteres Fütterungskonzept innerhalb des Nassfutterangebots. Ob und in welcher Form es für die eigene Fütterung infrage kommt, kann jeder Hundehalter anhand des konkreten Produktes und seiner eigenen Anforderungen entscheiden.
Die Produktbezeichnung erzählt noch nicht die ganze Geschichte
Begriffe wie Menü, Pur, Reinfleisch, Monoprotein, Insektenprotein oder vegetarisch können eine erste Orientierung geben. Um ein Nassfutter genauer einzuordnen, reicht die Bezeichnung auf der Vorderseite der Verpackung jedoch nicht aus.
Interessant wird deshalb der Blick auf die weiteren Angaben: Welche Zutaten sind enthalten? Welche Proteinquellen werden verwendet? Wie ist die Zusammensetzung angegeben? Welche analytischen Bestandteile werden genannt? Und handelt es sich um ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?
Genau diese Angaben helfen dabei, unterschiedliche Nassfutterkonzepte miteinander zu vergleichen, ohne dass eine bestimmte Variante grundsätzlich als die richtige für jeden Hund gelten muss.
Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel – was ist der Unterschied?
Auf Nassfutter findet man neben der Zusammensetzung und den analytischen Bestandteilen auch die Angabe, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt. Dieser Unterschied ist für die Einordnung eines Futters wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Denn weder ein hoher Fleischanteil noch Bezeichnungen wie „Menü“, „Pur“, „Monoprotein“, „getreidefrei“ oder „vegetarisch“ beantworten automatisch die Frage, ob ein Produkt für die vollständige tägliche Ration vorgesehen ist.
Alleinfuttermittel
Ist aufgrund seiner Zusammensetzung dafür vorgesehen, für die tägliche Ration auszureichen.
Ergänzungsfuttermittel
Reicht aufgrund seiner Zusammensetzung nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus.
Was ist ein Alleinfuttermittel?
Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es entsprechend seiner Zweckbestimmung für die tägliche Ration ausreicht.
Das bedeutet vereinfacht: Wird das Futter entsprechend der vorgesehenen Fütterung eingesetzt, ist es nicht notwendig, die Ration allein deshalb mit weiteren Futtermitteln zu vervollständigen.
Dabei geht es nicht nur um Protein oder Fett. Bei der Zusammenstellung eines Alleinfuttermittels müssen auch die weiteren für die jeweilige Tierart und Lebensphase relevanten Nährstoffe berücksichtigt werden.
Welche Zutaten dafür verwendet werden, kann sehr unterschiedlich sein. Ein Alleinfuttermittel muss deshalb weder einen bestimmten Fleischanteil besitzen noch zwangsläufig einem bestimmten Rezepturkonzept folgen.
Was ist ein Ergänzungsfuttermittel?
Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen aufgrund seiner Zusammensetzung nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration ausreichend.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Ergänzungsfuttermittel grundsätzlich minderwertiger ist. Es ist schlicht für einen anderen Verwendungszweck vorgesehen.
Auch im Bereich Nassfutter gibt es Produkte, die bewusst als Bestandteil einer individuell zusammengestellten Ration angeboten werden. Dazu können beispielsweise bestimmte Fleischprodukte oder andere Futterkomponenten gehören.
Wie ein Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden soll und womit es gegebenenfalls kombiniert werden muss, hängt vom jeweiligen Produkt und dem vorgesehenen Fütterungskonzept ab.
Ein hoher Fleischanteil macht noch kein Alleinfuttermittel
Gerade beim Vergleich verschiedener Nassfuttersorten kann der Fleischanteil leicht in den Mittelpunkt rücken. Ein Produkt mit einem sehr hohen Anteil tierischer Bestandteile ist jedoch nicht automatisch ein Alleinfuttermittel.
Umgekehrt sagt ein niedrigerer Fleischanteil allein ebenfalls nicht aus, dass ein Produkt kein Alleinfuttermittel sein kann.
Entscheidend ist die gesamte Rezeptur und die entsprechende Kennzeichnung des Produktes.
Deshalb können beispielsweise zwei Dosen auf den ersten Blick ähnlich aussehen und beide einen hohen Anteil tierischer Bestandteile enthalten, während die eine als Alleinfuttermittel und die andere als Ergänzungsfuttermittel angeboten wird.
Auch „Pur“ oder „Reinfleisch“ beantwortet die Frage nicht automatisch
Ähnlich verhält es sich mit Bezeichnungen wie Pur-Fleisch oder Reinfleisch. Sie beschreiben zunächst das jeweilige Produkt beziehungsweise dessen Zusammensetzung, ersetzen aber nicht die Angabe zur Futtermittelart.
Deshalb sollte man nicht allein vom Produktnamen darauf schließen, wie das Futter eingesetzt werden kann.
Wer wissen möchte, ob ein bestimmtes Nassfutter für die tägliche Ration vorgesehen ist oder zusammen mit weiteren Komponenten gefüttert werden soll, sollte auf die konkrete Deklaration des Herstellers achten.
Alleinfuttermittel ist kein allgemeines Qualitätsurteil
Ein weiterer wichtiger Unterschied wird häufig übersehen: Die Bezeichnung Alleinfuttermittel ist kein allgemeines Qualitätssiegel.
Sie sagt nicht automatisch etwas darüber aus, welche Fleischsorten verwendet wurden, wie transparent die einzelnen Bestandteile angegeben sind oder welches Fütterungskonzept ein Hersteller verfolgt.
Ebenso ist die Bezeichnung Ergänzungsfuttermittel kein Zeichen für schlechte Qualität. Ein solches Produkt kann bewusst dafür entwickelt worden sein, Bestandteil einer zusammengesetzten Fütterung zu sein.
Allein- und Ergänzungsfuttermittel sollten deshalb nicht als „gut“ und „schlecht“ gegenübergestellt werden. Entscheidend ist vielmehr, wofür ein Produkt vorgesehen ist und wie es eingesetzt werden soll.
Wo finde ich die Angabe auf der Verpackung?
Die Futtermittelart gehört zu den Kennzeichnungsangaben eines Futtermittels. Auf der Verpackung beziehungsweise dem Etikett lässt sich daher erkennen, ob ein Produkt beispielsweise als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet ist.
Gerade bei Produkten, die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, lohnt sich dieser Blick auf das Etikett.
Die Angabe hilft dabei, die vorgesehene Verwendung eines Nassfutters richtig einzuordnen – unabhängig davon, wie das Produkt heißt, wie hoch sein Fleischanteil ist oder mit welchen Eigenschaften auf der Vorderseite geworben wird.
Kurz zusammengefasst
Alleinfuttermittel: Das Futter ist aufgrund seiner Zusammensetzung dafür vorgesehen, für die tägliche Ration auszureichen.
Ergänzungsfuttermittel: Das Futter reicht aufgrund seiner Zusammensetzung nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration aus.
Damit beschreibt die Kennzeichnung vor allem den vorgesehenen Einsatz des Futters – und nicht automatisch dessen allgemeine Qualität.
Woraus besteht Nassfutter für Hunde?
Die Zusammensetzung von Nassfutter kann sehr unterschiedlich sein. Eine einheitliche Rezeptur, nach der jedes Nassfutter aufgebaut sein muss, gibt es nicht. Je nach Produkt können tierische Bestandteile, Fisch, Insekten, pflanzliche Zutaten, Öle und Fette, Mineralstoffe sowie ernährungsphysiologische Zusatzstoffe enthalten sein. Bei vegetarischen Rezepturen wird dagegen auf Fleisch und Fisch verzichtet.
Typisch für Nassfutter ist der hohe Feuchtigkeitsgehalt. Wie hoch dieser tatsächlich ist, lässt sich bei einem konkreten Produkt unter den analytischen Bestandteilen auf der Verpackung nachlesen.
Deshalb ist es sinnvoller, die Zusammensetzung eines bestimmten Nassfutters zu betrachten, als von einer festen Standardrezeptur auszugehen.
Fleisch und andere tierische Bestandteile
In vielen Nassfuttersorten bilden tierische Zutaten einen wesentlichen Bestandteil der Rezeptur. Verwendet werden können beispielsweise Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge, Niere, Pansen und weitere Bestandteile.
Welche davon eingesetzt werden und in welchem Verhältnis sie enthalten sind, hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Dabei sollte man Begriffe wie Fleisch, Muskelfleisch, Innereien und tierische Nebenerzeugnisse nicht einfach gleichsetzen. Sie können unterschiedliche Bestandteile bezeichnen und werden auf Futtermitteln je nach Art der Deklaration unterschiedlich angegeben.
Auch Innereien sind nicht grundsätzlich als minderwertige Bestandteile anzusehen. Entscheidend für die Beurteilung einer Rezeptur ist nicht allein, ob Muskelfleisch oder Innereien enthalten sind, sondern wie das gesamte Futter zusammengesetzt und deklariert ist.
Fisch als Bestandteil von Nassfutter
Fisch kann ebenfalls Bestandteil eines Nassfutters sein. Er kann die tierische Proteinquelle einer Rezeptur bilden oder zusammen mit anderen tierischen Zutaten verwendet werden.
So gibt es beispielsweise Rezepturen ausschließlich mit einer bestimmten tierischen Proteinquelle und andere, bei denen Fisch mit Fleisch kombiniert wird.
Auch hier zeigt erst die Zusammensetzung, welche Zutaten tatsächlich verwendet wurden.
Insekten als Proteinquelle
Bei einigen Nassfuttersorten werden Insekten als Proteinquelle eingesetzt. Damit erweitert sich die Auswahl über die klassischen Proteinquellen wie Rind, Geflügel, Lamm, Pferd oder Fisch hinaus.
Welche Insektenbestandteile und welche weiteren Zutaten enthalten sind, hängt wiederum von der jeweiligen Rezeptur ab.
Die Verwendung von Insekten ist zunächst eine Aussage über die eingesetzte Proteinquelle und für sich allein weder ein Qualitätsmerkmal noch eine Aussage darüber, ob es sich um ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel handelt.
Gemüse, Obst und weitere pflanzliche Zutaten
Viele Nassfutterrezepturen enthalten zusätzlich pflanzliche Bestandteile. Dazu können beispielsweise Karotten, Kürbis, Zucchini, Pastinaken, Süßkartoffeln oder verschiedene Obstsorten gehören.
Andere Rezepturen enthalten außerdem Reis, Kartoffeln, Hirse, Hafer, Buchweizen oder weitere pflanzliche Zutaten.
Welche Bestandteile verwendet werden und welchen Anteil sie an der gesamten Rezeptur haben, unterscheidet sich erheblich.
Deshalb lässt sich auch hier nicht pauschal festlegen, dass ein Nassfutter eine bestimmte Menge Gemüse, Obst oder anderer pflanzlicher Zutaten enthalten sollte.
Getreide und Pseudogetreide
Nassfutter kann mit oder ohne Getreide hergestellt werden. Enthalten sein können beispielsweise Reis, Hafer oder andere Getreidearten. Daneben werden in manchen Rezepturen sogenannte Pseudogetreide wie Buchweizen eingesetzt.
Die bloße Anwesenheit oder Abwesenheit von Getreide ist zunächst ein Merkmal der jeweiligen Rezeptur. Daraus allein lässt sich noch keine allgemeine Aussage über die Qualität eines Nassfutters ableiten.
Auf den Unterschied zwischen getreidehaltigen und getreidefreien Rezepturen gehen wir später noch genauer ein.
Öle und Fette
Auch Öle und Fette können Bestandteil eines Nassfutters sein. Je nach Rezeptur kommen beispielsweise tierische Fette oder pflanzliche und marine Öle zum Einsatz.
Auf der Zutatenliste können etwa Leinöl, Lachsöl, Sonnenblumenöl oder andere Öle angegeben sein.
Welche Aufgabe diese Bestandteile innerhalb einer Rezeptur übernehmen und in welcher Menge sie eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Futter ab. Auch hier ist deshalb die Gesamtzusammensetzung entscheidend.
Mineralstoffe und ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
Auf vielen Nassfutteretiketten finden sich außerdem Mineralstoffe oder ernährungsphysiologische Zusatzstoffe.
Zu den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen können beispielsweise bestimmte Vitamine, Spurenelemente oder Aminosäuren gehören. Ob und welche Zusatzstoffe eingesetzt werden, hängt von der jeweiligen Rezeptur ab.
Dabei sollte das Vorhandensein solcher Angaben nicht automatisch als Zeichen für eine schlechte oder besonders gute Rezeptur verstanden werden.
Gerade bei Alleinfuttermitteln kommt es darauf an, dass die gesamte Zusammensetzung für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist. Wie diese erreicht wird, kann sich zwischen verschiedenen Produkten und Herstellungsverfahren unterscheiden.
Wasser, Brühe und Feuchtigkeit
Der hohe Feuchtigkeitsgehalt gehört zu den charakteristischen Eigenschaften von Nassfutter. Die Feuchtigkeit kann aus den verwendeten Rohstoffen stammen und je nach Herstellungsverfahren und Rezeptur auch durch Wasser oder Brühe beeinflusst werden.
Wie hoch der Feuchtigkeitsgehalt eines konkreten Produktes ist, kann unter den analytischen Bestandteilen angegeben sein.
Auch bei Brühe lohnt sich ein Blick auf die Deklaration. Je nach Hersteller und Produkt kann sie unterschiedlich bezeichnet und in unterschiedlichen Mengen eingesetzt werden.
Allein aus dem Vorhandensein von Brühe lässt sich deshalb keine allgemeine Aussage über die Qualität eines Nassfutters ableiten.
Vegetarische Rezepturen sind anders aufgebaut
Dass Nassfutter nicht zwangsläufig Fleisch oder Fisch enthalten muss, zeigen vegetarische Nassfutterrezepturen.
Bei ihnen werden andere Zutaten und Proteinquellen verwendet. Dadurch kann sich ihr Aufbau deutlich von klassischen fleisch- oder fischhaltigen Nassfuttersorten unterscheiden.
Auch bei solchen Produkten gelten dieselben grundlegenden Fragen: Was ist enthalten? Wie ist die Rezeptur deklariert? Und wird das Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel angeboten?
Es gibt keine allgemeine Standardrezeptur für Nassfutter
Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Nassfutter zusammengesetzt sein kann. Eine Dose kann überwiegend tierische Bestandteile enthalten, eine andere kombiniert Fleisch mit verschiedenen pflanzlichen Zutaten, eine weitere verwendet Insekten oder kommt als vegetarische Rezeptur ohne Fleisch und Fisch aus.
Deshalb wäre es zu einfach, die Qualität eines Nassfutters nur an einer einzelnen Zahl oder Zutat festzumachen.
Ein hoher Fleischanteil, eine bestimmte Proteinquelle, der Verzicht auf Getreide oder eine lange beziehungsweise kurze Zutatenliste erzählen jeweils nur einen Teil der Geschichte.
Um ein Nassfutter genauer einordnen zu können, müssen wir deshalb einen Schritt weitergehen und uns anschauen, wie die Zusammensetzung auf dem Etikett angegeben wird und was die einzelnen Angaben tatsächlich bedeuten.
Die Deklaration richtig lesen – was steht auf der Nassfutterdose?
Die Vorderseite einer Nassfutterdose zeigt meist zuerst den Produktnamen, die verwendete Tierart oder besondere Eigenschaften der Rezeptur. Wer genauer wissen möchte, was tatsächlich im Futter enthalten ist, sollte jedoch einen Blick auf die vollständige Kennzeichnung werfen.
Dort finden sich unter anderem Angaben zur Zusammensetzung, zu den analytischen Bestandteilen, zu Zusatzstoffen und zur Futtermittelart. Hinzu kommen beispielsweise Fütterungshinweise und weitere gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungsangaben.
Dabei ist es wichtig, die einzelnen Bereiche nicht miteinander zu verwechseln. Die Zusammensetzung beantwortet andere Fragen als die analytischen Bestandteile – und eine hervorgehobene Angabe auf der Vorderseite einer Dose ist nicht dasselbe wie die vollständige Zusammensetzung des Futters.
Die Zusammensetzung: Welche Zutaten wurden verwendet?
Unter der Zusammensetzung werden die verwendeten Futtermittel beziehungsweise Zutaten aufgeführt.
Bei einem Nassfutter können dort beispielsweise Fleisch und andere tierische Bestandteile, Fisch, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide oder Pseudogetreide, Öle, Mineralstoffe und weitere Bestandteile genannt werden.
Wie detailliert diese Angaben ausfallen, kann sich von Produkt zu Produkt unterscheiden.
So kann eine Zusammensetzung beispielsweise einzelne Bestandteile und Tierarten genauer benennen. Bei anderen Produkten werden Bestandteile stärker zusammengefasst oder über entsprechende Kategorien angegeben.
Für den Hundehalter bedeutet eine detailliertere Angabe vor allem eines: Die Zusammensetzung lässt sich leichter nachvollziehen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Produkt allein aufgrund einer ausführlicheren Deklaration ernährungsphysiologisch besser ist als ein anderes. Die Art der Deklaration und die Zusammensetzung des Futters sind zwei unterschiedliche Dinge.
Was bedeutet eine offene, halboffene oder geschlossene Deklaration?
Im Zusammenhang mit Hundefutter begegnen einem häufig die Begriffe offene, halboffene und geschlossene Deklaration.
Sie werden verwendet, um zu beschreiben, wie detailliert die Zusammensetzung eines Futters angegeben wird.
Bei einer stärker zusammengefassten Deklaration können beispielsweise Kategorien wie:
„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Mineralstoffe, Öle und Fette“
angegeben sein.
Eine detailliertere Zusammensetzung könnte dagegen beispielsweise einzelne Bestandteile nennen:
„Rind, davon Muskelfleisch, Herz und Leber …“
und zusätzlich entsprechende Mengen beziehungsweise Prozentanteile ausweisen.
Zwischen diesen Formen gibt es unterschiedliche Abstufungen. Deshalb sollte man die Begriffe offen, halboffen und geschlossen vor allem als Beschreibung des Informationsumfangs verstehen.
Je genauer die einzelnen Zutaten und Mengen angegeben werden, desto leichter kann ein Hundehalter nachvollziehen, wie das betreffende Produkt zusammengesetzt ist.
Die Reihenfolge der Zutaten liefert zusätzliche Informationen
Auch die Reihenfolge der Bestandteile einer Zusammensetzung ist nicht beliebig.
Bei Mischfuttermitteln werden die verwendeten Einzelfuttermittel grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils angegeben.
Das bedeutet vereinfacht: Bestandteile mit einem höheren Gewichtsanteil stehen vor Bestandteilen mit einem niedrigeren Gewichtsanteil.
Trotzdem sollte die Reihenfolge nicht isoliert betrachtet werden. Gerade wenn einzelne Zutaten zusammengefasst, unterschiedlich bezeichnet oder zusätzlich mit Prozentangaben versehen werden, ergibt sich das aussagekräftigere Bild erst aus der gesamten Deklaration.
Was sagen Prozentangaben aus?
Auf vielen Nassfutterdosen finden sich Prozentangaben zu einzelnen Zutaten oder Bestandteilen.
Beispielsweise könnte eine Zusammensetzung einen bestimmten Gesamtanteil einer Tierart nennen und anschließend genauer aufschlüsseln, aus welchen Bestandteilen sich dieser zusammensetzt.
Solche Angaben können helfen, die Rezeptur besser nachzuvollziehen.
Wichtig ist jedoch, genau darauf zu achten, worauf sich eine Prozentzahl bezieht. Ein angegebener Anteil einer Tierart muss beispielsweise nicht ausschließlich Muskelfleisch bedeuten. Darin können – abhängig von der angegebenen Zusammensetzung – auch Herz, Leber, Lunge, Pansen oder andere Bestandteile dieser Tierart enthalten sein.
Deshalb sollte eine einzelne große Prozentzahl nicht losgelöst von der restlichen Zusammensetzung betrachtet werden.
„Mit Rind“ bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Futter aus Rind besteht
Besondere Aufmerksamkeit verdienen hervorgehobene Zutaten auf der Vorderseite einer Verpackung.
Wird dort beispielsweise mit einer bestimmten Tierart oder Zutat geworben, bedeutet das nicht automatisch, dass diese den überwiegenden Anteil der gesamten Rezeptur ausmacht.
Deshalb ist die Vorderseite einer Dose vor allem eine erste Orientierung. Wie das Produkt tatsächlich zusammengesetzt ist, zeigt die vollständige Kennzeichnung.
Das gilt nicht nur für Fleischsorten. Auch hervorgehobenes Gemüse, Obst, Kräuter oder andere Zutaten sollten immer im Zusammenhang mit der vollständigen Zusammensetzung betrachtet werden.
Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht automatisch Innereien – und nicht automatisch minderwertig
Der Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ sorgt bei der Betrachtung von Hundefutter häufig für Unsicherheit.
Dabei sollte man ihn nicht automatisch mit „schlechten Zutaten“ oder minderwertigem Futter gleichsetzen. Ebenso wenig sollte man tierische Nebenerzeugnisse pauschal mit Innereien gleichsetzen.
Für den Hundehalter ist vielmehr interessant, wie genau der Hersteller die verwendeten tierischen Bestandteile beschreibt.
Werden beispielsweise Herz, Leber, Lunge oder Pansen einzeln genannt, lässt sich die Rezeptur genauer nachvollziehen als bei einer allgemeinen Sammelbezeichnung.
Eine genauere Deklaration schafft damit zunächst mehr Information über die Zusammensetzung. Sie ist aber für sich allein noch kein vollständiges Qualitätsurteil über das Futter.
Zusammensetzung und analytische Bestandteile sind nicht dasselbe
Ein häufiger Punkt, der beim Lesen eines Etiketts für Verwirrung sorgen kann, ist der Unterschied zwischen Zusammensetzung und analytischen Bestandteilen.
Die Zusammensetzung zeigt, welche Zutaten beziehungsweise Futtermittel verwendet wurden.
Die analytischen Bestandteile geben dagegen bestimmte analytisch ermittelte Werte des fertigen Futters an. Dazu gehören beispielsweise:
- Rohprotein
- Rohfett beziehungsweise Fettgehalt
- Rohfaser
- Rohasche
- Feuchtigkeit
Aus einem Rohproteinwert lässt sich deshalb beispielsweise nicht direkt ablesen, wie viel Muskelfleisch in einer Dose enthalten ist. Ebenso sagt der Rohaschewert nicht aus, dass dem Futter entsprechend viel „Asche“ zugesetzt wurde.
Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und wie die Werte bei Nassfutter gelesen werden können, erklären wir später noch ausführlicher.
Was sind Zusatzstoffe?
Auf dem Etikett können außerdem Zusatzstoffe aufgeführt sein.
Dabei handelt es sich nicht um eine einzige einheitliche Gruppe. Futtermittelrechtlich gibt es unterschiedliche Kategorien von Zusatzstoffen mit unterschiedlichen Funktionen.
Dazu gehören beispielsweise ernährungsphysiologische Zusatzstoffe, unter die bestimmte Vitamine und Spurenelemente fallen können. Daneben existieren weitere Kategorien von Futtermittelzusatzstoffen.
Deshalb wäre die einfache Aussage „Futter ohne Zusatzstoffe ist grundsätzlich besser“ zu kurz gegriffen.
Ob und welche Zusatzstoffe verwendet werden, muss im Zusammenhang mit der jeweiligen Rezeptur und der vorgesehenen Verwendung des Futters betrachtet werden.
Werbeaussage und Deklaration voneinander unterscheiden
Bezeichnungen wie „Premium“, „mit viel Fleisch“, „getreidefrei“, „Monoprotein“, „Pur“ oder „mit Rind“ fallen beim Einkauf häufig zuerst ins Auge.
Solche Angaben können Eigenschaften eines Produktes beschreiben. Sie ersetzen jedoch nicht den Blick auf die vollständige Kennzeichnung.
Ein Produkt kann beispielsweise als Monoprotein beworben werden und trotzdem zahlreiche weitere pflanzliche Zutaten enthalten. Ein anderes kann einen sehr hohen Anteil tierischer Bestandteile besitzen und dennoch als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet sein.
Deshalb lohnt es sich, verschiedene Angaben getrennt zu betrachten:
Was wird auf der Vorderseite hervorgehoben? Was steht tatsächlich in der Zusammensetzung? Welche analytischen Bestandteile werden angegeben? Welche Zusatzstoffe sind aufgeführt? Und handelt es sich um ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?
Erst zusammen ergeben diese Informationen ein wesentlich vollständigeres Bild des jeweiligen Nassfutters.
Eine ausführliche Deklaration schafft Transparenz – aber sie ist nicht die ganze Bewertung
Eine detaillierte Zusammensetzung hat für Hundehalter einen klaren Vorteil: Sie ermöglicht es, besser nachzuvollziehen, welche Zutaten in welchen angegebenen Mengen verwendet wurden.
Trotzdem sollten wir daraus keine einfache Regel wie „offene Deklaration = gutes Futter“ machen.
Die Transparenz der Kennzeichnung und die ernährungsphysiologische Zusammensetzung eines Produktes sind zwei unterschiedliche Aspekte. Ein sehr ausführliches Etikett kann die Beurteilung erleichtern – die eigentliche Rezeptur muss trotzdem separat betrachtet werden.
Genau deshalb schauen wir uns im nächsten Schritt einen der auffälligsten Werte auf vielen Nassfutterdosen genauer an: den Fleischanteil. Was sagt eine Angabe wie 60, 70 oder 80 Prozent tatsächlich über ein Nassfutter aus?
Was sagt der Fleischanteil bei Nassfutter aus?
Auf vielen Nassfutterdosen wird der Fleischanteil besonders hervorgehoben. Angaben wie 60 %, 70 % oder sogar noch höhere Anteile tierischer Bestandteile fallen beim Vergleich verschiedener Produkte schnell ins Auge.
Eine hohe Prozentzahl kann eine interessante Information über die Zusammensetzung sein. Sie beantwortet aber noch nicht die entscheidende Frage: Was genau steckt hinter dieser Zahl?
Denn der angegebene Anteil einer Tierart oder tierischer Bestandteile ist nicht automatisch mit dem Anteil an Muskelfleisch gleichzusetzen. Ebenso lässt sich aus einer hohen Prozentzahl allein weder die gesamte Zusammensetzung noch die Eignung eines Produktes als Alleinfuttermittel ableiten.
Fleischanteil ist nicht gleich Muskelfleischanteil
Wenn auf einem Nassfutter beispielsweise ein hoher Anteil Rind angegeben wird, kann sich dieser Anteil aus unterschiedlichen Bestandteilen vom Rind zusammensetzen.
Je nach Rezeptur können dazu beispielsweise gehören:
- Muskelfleisch
- Herz
- Leber
- Lunge
- Niere
- Pansen
- weitere tierische Bestandteile
Deshalb ist es wichtig, nicht nur die große Prozentzahl zu betrachten, sondern auch zu prüfen, wie der Hersteller diesen Anteil in der Zusammensetzung beschreibt.
Eine Angabe wie „70 % Rind“ sagt zunächst etwas anderes aus als eine Deklaration, bei der zusätzlich aufgeführt wird, aus welchen Bestandteilen vom Rind sich diese 70 % zusammensetzen.
Ein hoher Fleischanteil ist nicht automatisch ein Qualitätsurteil
Der Fleischanteil ist eine Information über die Rezeptur und kein allgemeines Qualitätssiegel.
Zwei Nassfuttersorten können beispielsweise beide einen tierischen Anteil von 70 % ausweisen und dennoch völlig unterschiedlich zusammengesetzt sein.
Umgekehrt kann ein Produkt mit einem niedrigeren Fleischanteil als Alleinfuttermittel konzipiert sein, während ein Produkt mit einem sehr hohen Anteil tierischer Bestandteile als Ergänzungsfuttermittel angeboten wird.
Deshalb wäre die einfache Regel „Je mehr Fleisch, desto besser das Nassfutter“ zu kurz gegriffen.
Für die Einordnung eines Futters muss die gesamte Rezeptur betrachtet werden.
Fleischanteil und Rohprotein sind zwei unterschiedliche Angaben
Auch Fleischanteil und Rohproteingehalt dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Fleisch besteht nicht ausschließlich aus Protein. Es enthält unter anderem auch Wasser und Fett. Gleichzeitig kann Protein im Futter aus unterschiedlichen Zutaten stammen.
Eine Dose mit beispielsweise 70 % tierischen Bestandteilen enthält deshalb nicht automatisch 70 % Protein.
Der tatsächliche Rohproteingehalt wird bei den analytischen Bestandteilen des Futters angegeben.
Genau deshalb lassen sich zwei Produkte nicht sinnvoll vergleichen, indem lediglich der Fleischanteil des einen Produktes mit dem Rohproteinwert eines anderen Produktes gegenübergestellt wird.
Muss gutes Nassfutter einen bestimmten Fleischanteil haben?
Immer wieder finden sich Empfehlungen, nach denen ein gutes Nassfutter mindestens einen bestimmten Fleischanteil besitzen sollte.
Eine solche allgemeine Grenze greift jedoch zu kurz.
Wie wir bereits gesehen haben, gibt es sehr unterschiedliche Nassfutterkonzepte: klassische Menüs, Reinfleisch- und Pur-Produkte, Rezepturen mit einer oder mehreren tierischen Proteinquellen, Produkte mit Fisch oder Insekten sowie vegetarische Nassfutter.
Entsprechend unterschiedlich können auch deren Zusammensetzungen sein.
Statt sich ausschließlich an einer bestimmten Prozentzahl zu orientieren, ist es deshalb sinnvoller zu fragen:
Was enthält das Produkt? Wie genau werden die Bestandteile angegeben? Für welchen Verwendungszweck wurde das Futter zusammengestellt? Und ist es als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet?
Innereien sind nicht automatisch minderwertige Bestandteile
Beim Thema Fleischanteil werden Muskelfleisch und Innereien häufig gegeneinander ausgespielt. Dabei können auch Innereien wie beispielsweise Leber, Herz, Niere oder Lunge bewusst Bestandteil einer Nassfutterrezeptur sein.
Die bloße Tatsache, dass ein Produkt Innereien enthält, macht es daher nicht automatisch minderwertig.
Für den Hundehalter ist vielmehr interessant, welche Bestandteile tatsächlich verwendet werden und wie transparent diese angegeben sind.
Auch hier hilft eine genauere Deklaration dabei, die Zusammensetzung besser nachzuvollziehen.
Ein hoher Fleischanteil macht aus einem Ergänzungsfutter kein Alleinfuttermittel
Besonders deutlich wird die begrenzte Aussagekraft des Fleischanteils bei Reinfleisch- und Pur-Produkten.
Ein Produkt kann einen sehr hohen Anteil tierischer Bestandteile enthalten und trotzdem als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet sein.
Die Prozentzahl auf der Verpackung beantwortet nämlich nicht die Frage, ob das Futter aufgrund seiner gesamten Zusammensetzung für die tägliche Ration ausreicht.
Dafür ist die bereits erklärte Kennzeichnung als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel entscheidend.
Ein hoher Fleischanteil und die Vollständigkeit einer Futterration sind somit zwei unterschiedliche Eigenschaften.
Was bedeutet der Fleischanteil bei vegetarischem Nassfutter?
Vegetarisches Nassfutter zeigt besonders deutlich, weshalb der Fleischanteil nicht als allgemeiner Maßstab für sämtliche Nassfutter verwendet werden kann.
Eine vegetarische Rezeptur enthält definitionsgemäß kein Fleisch. Trotzdem kann ein solches Produkt entsprechend seiner konkreten Zusammensetzung und Kennzeichnung für einen bestimmten Verwendungszweck entwickelt worden sein.
Wer unterschiedliche Nassfutterkonzepte miteinander vergleicht, sollte deshalb nicht versuchen, jede Rezeptur anhand derselben Fleisch-Prozentzahl zu beurteilen.
Die Prozentzahl ist nur ein Teil des Gesamtbildes
Der Fleischanteil kann eine nützliche Information sein – insbesondere dann, wenn aus der Deklaration hervorgeht, worauf sich die angegebene Prozentzahl tatsächlich bezieht.
Für sich allein beantwortet er jedoch nicht, ob ein Nassfutter für den eigenen Hund beziehungsweise das gewünschte Fütterungskonzept infrage kommt.
Statt nur auf eine möglichst hohe Zahl zu achten, lohnt sich der Blick auf das Gesamtbild:
Zusammensetzung, verwendete Proteinquellen, genaue Deklaration, analytische Bestandteile und die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel gehören zusammen.
Damit kommen wir zu einem weiteren Bereich auf dem Etikett, der zunächst etwas technisch wirkt, aber wichtige Informationen über das fertige Futter liefert: die analytischen Bestandteile.
Analytische Bestandteile im Nassfutter verstehen
Neben der Zusammensetzung findet man auf Nassfutter die analytischen Bestandteile. Angaben wie Rohprotein, Fettgehalt, Rohfaser oder Rohasche wirken zunächst etwas technisch. Sie liefern jedoch wichtige Informationen über das fertige Futter.
Dabei muss zwischen Zusammensetzung und analytischen Bestandteilen unterschieden werden.
Die Zusammensetzung zeigt, welche Zutaten beziehungsweise Futtermittel verwendet wurden. Die analytischen Bestandteile geben dagegen bestimmte analytisch ermittelte Gehalte des fertigen Futters an.
Vereinfacht gesagt:
Die Zusammensetzung beantwortet die Frage „Was wurde verwendet?“ – die analytischen Bestandteile zeigen bestimmte Mengen beziehungsweise Gehalte im fertigen Produkt.
Aus den analytischen Werten allein lässt sich deshalb nicht erkennen, aus welchen konkreten Zutaten diese stammen.
Was bedeutet das „Roh“ bei Rohprotein, Rohfaser und Rohasche?
Die Bezeichnungen Rohprotein, Rohfaser und Rohasche können leicht missverstanden werden.
Das Wort „Roh“ bedeutet hier nicht, dass die Zutaten roh verarbeitet oder verfüttert wurden. Es stammt aus der analytischen Einteilung des Futters.
Die Werte werden mit festgelegten Analyseverfahren ermittelt und fassen jeweils bestimmte Stoffgruppen zusammen.
Deshalb sollte beispielsweise der Begriff „Rohprotein“ nicht als „rohes Fleischprotein“ und „Rohasche“ nicht als zugesetzte Asche verstanden werden.
Rohprotein – nicht mit dem Fleischanteil verwechseln
Der Rohproteingehalt gibt den analytisch bestimmten Gehalt an stickstoffhaltigen Verbindungen beziehungsweise daraus abgeleitet den Proteingehalt des Futters an.
Protein kann dabei aus unterschiedlichen Zutaten stammen. Bei einem fleischhaltigen Nassfutter tragen beispielsweise die verschiedenen tierischen Bestandteile zum Rohproteinwert bei. Auch andere Zutaten können Protein enthalten.
Deshalb lässt sich aus dem Rohproteinwert nicht ablesen, wie hoch der Fleischanteil eines Nassfutters ist.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied:
Stehen in der Zusammensetzung 70 % tierische Bestandteile, bedeutet das nicht, dass das Futter 70 % Rohprotein enthält.
Umgekehrt sagt ein Rohproteinwert von beispielsweise 10 % nicht aus, dass lediglich 10 % Fleisch verarbeitet wurden.
Fleischanteil und Rohprotein sind zwei unterschiedliche Angaben.
Der Rohproteinwert allein verrät außerdem nicht, aus welchen konkreten Zutaten das enthaltene Protein stammt. Dafür muss zusätzlich die Zusammensetzung betrachtet werden.
Fettgehalt – tierische und pflanzliche Fettquellen zusammen betrachtet
Der angegebene Fettgehalt beschreibt den analytisch bestimmten Anteil an Fett im Futter.
Dieser kann aus unterschiedlichen Zutaten stammen. Dazu gehören beispielsweise die natürlichen Fettanteile tierischer Bestandteile sowie zusätzlich eingesetzte tierische oder pflanzliche Fette und Öle.
Aus dem Fettgehalt allein lässt sich deshalb ebenfalls nicht erkennen, welche Fettquellen verwendet wurden.
Dafür muss wieder die Zusammensetzung herangezogen werden.
Der Fettgehalt ist außerdem einer der Faktoren, die den Energiegehalt eines Futters beeinflussen. Wie energiereich ein konkretes Nassfutter tatsächlich ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand dieses einzelnen Wertes beurteilen.
Rohfaser – was steckt hinter diesem Wert?
Unter Rohfaser wird eine analytisch bestimmte Fraktion des Futters zusammengefasst, die insbesondere Bestandteile pflanzlicher Zellstrukturen erfasst.
Der Wert kann unter anderem durch verwendete pflanzliche Zutaten beeinflusst werden.
Wichtig ist auch hier: Der Rohfaserwert sagt nicht unmittelbar, welches Gemüse, welche Pflanzenbestandteile oder welche sonstigen Zutaten verwendet wurden.
Ein Nassfutter mit Karotten, Kürbis oder anderen pflanzlichen Bestandteilen kann beispielsweise einen Rohfaserwert ausweisen – welche Zutaten dafür verantwortlich sind, zeigt jedoch erst die Zusammensetzung.
Auch sollte Rohfaser nicht einfach mit der gesamten Menge aller im Futter vorhandenen Ballaststoffe gleichgesetzt werden. Der analytische Rohfaserwert bildet nur eine bestimmte Fraktion ab.
Rohasche – es wird keine Asche ins Futter gemischt
Der Begriff Rohasche führt besonders häufig zu Missverständnissen.
Er bedeutet nicht, dass einem Nassfutter Asche zugesetzt wurde.
Für die analytische Bestimmung werden die organischen Bestandteile einer Futterprobe unter festgelegten Bedingungen entfernt beziehungsweise verascht. Der verbleibende anorganische Rückstand wird als Rohasche erfasst.
Dazu gehören insbesondere mineralische Bestandteile.
Der Rohaschewert kann somit durch unterschiedliche Bestandteile der Rezeptur beeinflusst werden. Aus einer einzelnen Rohaschezahl lässt sich allerdings nicht erkennen, welche Mineralstoffe in welchen Mengen enthalten sind oder aus welchen Zutaten sie stammen.
Deshalb wäre auch die einfache Regel „weniger Rohasche bedeutet automatisch besseres Nassfutter“ zu kurz gegriffen.
Feuchtigkeit – ein wichtiger Wert bei Nassfutter
Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Futterformen ist der hohe Feuchtigkeitsgehalt von Nassfutter.
Die Angabe zur Feuchtigkeit beschreibt, welcher Anteil des Produktes aus Wasser besteht.
Dieses Wasser kann aus den verwendeten Rohstoffen stammen und je nach Rezeptur und Herstellungsverfahren auch durch zusätzlich eingesetzte Flüssigkeit beeinflusst werden.
Der Feuchtigkeitsgehalt ist außerdem wichtig, wenn analytische Werte verschiedener Futtermittel miteinander verglichen werden.
Denn die angegebenen Prozentwerte beziehen sich zunächst auf das Futter in seinem jeweiligen Zustand.
Warum 10 % Rohprotein bei Nassfutter nicht einfach „wenig“ bedeutet
Auf den ersten Blick können analytische Werte eines Nassfutters niedrig erscheinen.
Das liegt unter anderem daran, dass ein großer Teil des Produktes aus Feuchtigkeit besteht.
Angenommen, ein Nassfutter enthält:
80 % Feuchtigkeit und 10 % Rohprotein.
Dann beziehen sich die 10 % Rohprotein auf das gesamte Produkt einschließlich seines Wasseranteils.
Zieht man gedanklich das Wasser ab, bleiben in diesem vereinfachten Beispiel 20 % Trockensubstanz übrig. Die 10 Prozentpunkte Rohprotein befinden sich somit innerhalb dieser verbleibenden Trockensubstanz.
Genau deshalb sollten Prozentwerte unterschiedlicher Futterarten nicht einfach nebeneinandergestellt werden, wenn deren Feuchtigkeitsgehalt stark voneinander abweicht.
Was bedeutet Trockensubstanz?
Als Trockensubstanz bezeichnet man vereinfacht den Anteil eines Futters, der nach Abzug der Feuchtigkeit übrig bleibt.
Bei einem Futter mit 80 % Feuchtigkeit beträgt die Trockensubstanz entsprechend 20 %.
Soll ein analytischer Wert auf die Trockensubstanz umgerechnet werden, kann folgende Rechnung verwendet werden:
Berechnung der Trockensubstanz
Analytischer Wert ÷ Trockensubstanz × 100
Beispiel: 10 % Rohprotein ÷ 20 % Trockensubstanz × 100 = 50 % Rohprotein in der Trockensubstanz.
Das bedeutet nicht, dass das Nassfutter plötzlich 50 % Rohprotein enthält. In der Dose befinden sich weiterhin 10 % Rohprotein bezogen auf das Produkt in seinem ursprünglichen Zustand.
Die Umrechnung zeigt lediglich, wie hoch der entsprechende Anteil innerhalb der Trockensubstanz ist.
Für den normalen Blick auf eine Nassfutterdose ist diese Rechnung nicht immer notwendig. Sie kann aber hilfreich sein, wenn Produkte mit deutlich unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt miteinander verglichen werden sollen.
Calcium, Phosphor und weitere Angaben
Je nach Produkt können neben den üblichen analytischen Bestandteilen weitere Werte angegeben werden.
Dazu können beispielsweise Calcium, Phosphor oder andere Mineralstoffe gehören.
Solche Angaben liefern zusätzliche Informationen über das Futter. Sie sollten jedoch ebenfalls nicht isoliert betrachtet werden. Bei Mineralstoffen können beispielsweise sowohl die jeweiligen Mengen als auch ihr Verhältnis zueinander eine Rolle spielen.
Welche Angaben auf einem konkreten Produkt vorhanden sind, kann sich unterscheiden.
Kann man aus den analytischen Bestandteilen die Kohlenhydrate ablesen?
Ein eigener Kohlenhydratwert ist auf vielen Nassfutteretiketten nicht angegeben.
Teilweise wird deshalb aus den vorhandenen analytischen Werten rechnerisch ein Restwert ermittelt, der häufig als N-freie Extraktstoffe (NfE) bezeichnet wird.
Vereinfacht wird dabei von 100 % die Summe aus Feuchtigkeit, Rohprotein, Fett, Rohfaser und Rohasche abgezogen.
Das Ergebnis ist jedoch ein rechnerisch ermittelter Restwert und nicht mit einer direkten Angabe einer einzelnen Zutat wie Kartoffeln, Reis oder Gemüse gleichzusetzen.
Für die Frage, welche pflanzlichen Zutaten tatsächlich verwendet wurden, bleibt deshalb die Zusammensetzung entscheidend.
Gibt es ideale Werte für Rohprotein, Fett oder Rohasche?
Bei der Suche nach Informationen über Nassfutter findet man häufig Tabellen mit angeblich optimalen Prozentbereichen für Rohprotein, Fett, Rohfaser oder Rohasche.
Solche pauschalen Grenzwerte können jedoch schnell den Eindruck erwecken, ein einzelner Wert könne über die Qualität eines gesamten Futters entscheiden.
So einfach ist die Einordnung nicht.
Ein analytischer Wert muss immer im Zusammenhang mit der gesamten Rezeptur, dem Energiegehalt, der vorgesehenen Verwendung und der jeweiligen Kennzeichnung des Produktes betrachtet werden.
Ein bestimmter Rohprotein-, Fett- oder Rohaschewert ist deshalb für sich allein weder ein Qualitätsbeweis noch automatisch ein Hinweis auf ein schlechtes Nassfutter.
Analytische Werte und Zusammensetzung gehören zusammen
Die analytischen Bestandteile liefern einen anderen Blick auf ein Nassfutter als die Zutatenliste.
Die Zusammensetzung zeigt, welche Zutaten verwendet wurden.
Die analytischen Bestandteile beschreiben bestimmte Gehalte des fertigen Futters.
Die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel wiederum zeigt, für welchen Einsatz das Produkt vorgesehen ist.
Erst wenn diese Angaben gemeinsam betrachtet werden, lässt sich ein Nassfutter wesentlich besser einordnen.
Nachdem wir nun wissen, was in einem Nassfutter enthalten sein kann und wie Zusammensetzung und analytische Werte gelesen werden, können wir uns einem weiteren häufig verwendeten Begriff widmen: Monoprotein – und dem Unterschied zwischen einer einzelnen und mehreren tierischen Proteinquellen.
Monoprotein und verschiedene Proteinquellen im Nassfutter
Bei Nassfutter begegnet Hundehaltern häufig der Begriff Monoprotein oder Single Protein. Daneben gibt es zahlreiche Rezepturen, bei denen mehrere tierische Proteinquellen miteinander kombiniert werden.
Der wesentliche Unterschied lässt sich zunächst einfach beschreiben:
Bei Monoprotein-Nassfutter wird eine tierische Proteinquelle verwendet. Andere Rezepturen können zwei oder mehrere tierische Proteinquellen miteinander kombinieren.
Ob eines dieser Konzepte für den eigenen Hund bevorzugt wird, ist eine individuelle Entscheidung. Aus der Anzahl der Proteinquellen allein lässt sich noch keine allgemeine Aussage über die Qualität eines Nassfutters ableiten.
Was bedeutet Monoprotein?
Monoprotein bezeichnet ein Futter, dessen tierisches Protein aus einer einzigen tierischen Quelle stammt.
Das kann beispielsweise sein:
- Rind
- Huhn
- Ente
- Lamm
- Pferd
- Ziege
- Kaninchen
- Fisch
- Insekt
Eine Rezeptur mit Rind als einziger tierischer Proteinquelle kann dabei durchaus verschiedene Bestandteile vom Rind enthalten.
Beispielsweise können Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge oder andere Bestandteile derselben Tierart verarbeitet werden.
Das widerspricht dem Monoprotein-Prinzip nicht, solange die tierische Proteinquelle dieselbe bleibt.
Monoprotein bedeutet nicht „nur Fleisch“
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Monoprotein mit einer Dose aus ausschließlich Fleisch gleichzusetzen.
Das ist nicht dasselbe.
Ein Monoprotein-Nassfutter kann neben seiner tierischen Proteinquelle beispielsweise auch Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis, Hirse, Öle, Mineralstoffe oder weitere Bestandteile enthalten.
Der Begriff Monoprotein beschreibt also nicht die gesamte Zutatenliste, sondern bezieht sich auf die verwendete tierische Proteinquelle.
Deshalb kann beispielsweise ein Menü aus Rind, Kürbis, Kartoffeln und Öl weiterhin einem Monoprotein-Konzept folgen, wenn die tierischen Bestandteile ausschließlich vom Rind stammen.
Monoprotein und Reinfleisch sind nicht dasselbe
Auch Monoprotein und Reinfleisch beziehungsweise Pur-Fleisch sollten voneinander unterschieden werden.
Monoprotein beschreibt die Anzahl der tierischen Proteinquellen.
Reinfleisch oder Pur-Fleisch beschreibt dagegen das jeweilige Produktkonzept beziehungsweise dessen Zusammensetzung.
Ein Reinfleischprodukt von einer einzigen Tierart kann damit gleichzeitig einem Monoprotein-Konzept entsprechen. Ein Monoprotein-Menü muss umgekehrt jedoch kein Reinfleischprodukt sein, weil zusätzlich zahlreiche weitere Zutaten enthalten sein können.
Auch hier hilft deshalb nur der Blick auf die vollständige Zusammensetzung.
Was bedeutet Multiprotein?
Als Gegenbegriff zu Monoprotein wird häufig Multiprotein verwendet. Gemeint sind damit Rezepturen, in denen mehrere Proteinquellen miteinander kombiniert werden.
Ein Nassfutter kann beispielsweise enthalten:
Huhn und Rind
oder
Kaninchen und Fisch.
Je nach Rezeptur sind auch Kombinationen aus mehreren weiteren tierischen Quellen möglich.
Das ist zunächst weder ein Vor- noch ein Nachteil, sondern beschreibt ein anderes Rezepturkonzept.
Wer genau wissen möchte, welche tierischen Proteinquellen enthalten sind, sollte deshalb nicht allein auf den Produktnamen schauen, sondern die vollständige Zusammensetzung lesen.
Eine Tierart bedeutet nicht automatisch eine einzige Proteinquelle in der gesamten Rezeptur
Bei der Einordnung lohnt sich ein genauer Blick auf die verwendeten Begriffe.
Wird beispielsweise eine bestimmte Fleischsorte auf der Vorderseite einer Dose hervorgehoben, bedeutet das nicht automatisch, dass im gesamten Produkt keine weitere tierische Proteinquelle enthalten ist.
Weitere tierische Bestandteile können gegebenenfalls an anderer Stelle der Zusammensetzung aufgeführt sein.
Wer gezielt ein Monoprotein-Nassfutter sucht, sollte deshalb prüfen, welche tierischen Zutaten tatsächlich in der vollständigen Deklaration genannt werden.
Fisch und Insekten können ebenfalls Proteinquellen sein
Bei Proteinquellen sollte nicht ausschließlich an klassische Fleischsorten gedacht werden.
Auch Fisch kann die tierische Proteinquelle eines Nassfutters bilden. Ebenso gibt es mittlerweile Rezepturen, bei denen Insektenprotein eingesetzt wird.
Eine Monoprotein-Rezeptur muss deshalb nicht zwangsläufig auf Rind, Huhn, Lamm oder eine andere klassische Fleischsorte beschränkt sein.
Entscheidend für die Einordnung ist wiederum die konkrete Rezeptur.
Ist Monoprotein automatisch hypoallergen?
Nein. Monoprotein und hypoallergen sind nicht dasselbe.
Die Bezeichnung Monoprotein beschreibt zunächst lediglich die Anzahl der verwendeten tierischen Proteinquellen.
Daraus lässt sich nicht ableiten, dass ein Hund die verwendete Proteinquelle automatisch verträgt oder dass ein solches Futter grundsätzlich keine unerwünschten Reaktionen auslösen kann.
Auch die Aussage, Monoprotein sei grundsätzlich leichter verdaulich als ein Futter mit mehreren Proteinquellen, lässt sich nicht pauschal auf jeden Hund übertragen.
Deshalb sollte Monoprotein zunächst als Beschreibung eines Rezepturkonzeptes verstanden werden und nicht als allgemeines Gesundheits- oder Qualitätsversprechen.
Monoprotein kann bei einer Ausschlussdiät eine Rolle spielen
Eine besondere Bedeutung können klar definierte Proteinquellen bekommen, wenn aufgrund gesundheitlicher Beschwerden eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät durchgeführt wird.
Dabei geht es darum, die gefütterten Zutaten gezielt zu kontrollieren und mögliche Auslöser systematisch einzugrenzen.
Welche Proteinquelle beziehungsweise welche Diät dafür geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Zutaten der Hund zuvor bereits bekommen hat. Eine solche diagnostische Fütterung sollte deshalb nicht allein aufgrund allgemeiner Empfehlungen aus dem Internet zusammengestellt werden.
Für unseren allgemeinen Nassfutter-Ratgeber ist vor allem wichtig:
Ein Monoprotein-Nassfutter kann die verwendete tierische Proteinquelle übersichtlicher machen – es ersetzt jedoch keine Diagnose und ist nicht automatisch eine Ausschlussdiät.
Auch Leckerlis und Kauartikel können weitere Proteinquellen liefern
Wer bewusst nur eine bestimmte tierische Proteinquelle füttern möchte, sollte nicht ausschließlich auf das Nassfutter schauen.
Auch Leckerlis, Kauartikel und Ergänzungsprodukte können tierische Bestandteile aus anderen Quellen enthalten.
Ein Hund kann beispielsweise ein Monoprotein-Menü mit Pferd bekommen und zusätzlich einen Kauartikel vom Rind erhalten. Das Nassfutter selbst bleibt dadurch zwar ein Monoprotein-Produkt, die gesamte Fütterung des Hundes enthält dann aber mehrere tierische Proteinquellen.
Diese Unterscheidung kann wichtig sein, wenn die Auswahl einer bestimmten Proteinquelle bewusst erfolgt.
Monoprotein sagt nichts über Allein- oder Ergänzungsfuttermittel aus
Auch die Bezeichnung Monoprotein beantwortet nicht die Frage, ob ein Nassfutter für die vollständige tägliche Ration vorgesehen ist.
Sowohl ein Alleinfuttermittel als auch ein Ergänzungsfuttermittel kann auf einer einzelnen tierischen Proteinquelle basieren.
Ebenso können Alleinfuttermittel mehrere Proteinquellen enthalten.
Damit beschreiben die Begriffe unterschiedliche Eigenschaften:
Monoprotein → Anzahl beziehungsweise Herkunft der tierischen Proteinquellen
Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel → vorgesehener Einsatz des Futters
Diese Angaben sollten deshalb getrennt voneinander betrachtet werden.
Ist eine oder sind mehrere Proteinquellen besser?
Eine allgemeine Antwort darauf gibt es nicht.
Ein Monoprotein-Nassfutter kann für Hundehalter interessant sein, die bewusst eine bestimmte tierische Proteinquelle auswählen oder die Zusammensetzung der Fütterung übersichtlich halten möchten.
Andere Hundehalter bevorzugen dagegen Rezepturen, bei denen beispielsweise Rind und Huhn oder Kaninchen und Fisch miteinander kombiniert werden.
Aus der Anzahl der Proteinquellen allein lässt sich nicht ableiten, welches Nassfutter besser ist.
Entscheidend bleibt das Gesamtbild aus Zusammensetzung, Deklaration, analytischen Bestandteilen, vorgesehener Verwendung und der individuellen Fütterungssituation des Hundes.
Monoprotein ist damit weder automatisch ein Qualitätsmerkmal noch lediglich ein Werbebegriff. Es beschreibt zunächst ein bestimmtes Rezepturkonzept, das für Hundehalter je nach gewünschter Fütterung unterschiedlich relevant sein kann.
Nassfutter mit und ohne Getreide
Auf vielen Nassfutterdosen findet sich der Hinweis „getreidefrei“. Andere Rezepturen enthalten dagegen beispielsweise Reis, Hirse, Hafer oder andere Getreidearten.
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, getreidefreies Nassfutter sei grundsätzlich die bessere Variante. So einfach lässt sich die Frage jedoch nicht beantworten.
Getreidefrei beschreibt zunächst eine Eigenschaft der Rezeptur – kein allgemeines Qualitätsurteil.
Sowohl Nassfutter mit Getreide als auch getreidefreie Rezepturen können sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Frage „mit oder ohne Getreide?“, sondern die gesamte Zusammensetzung des jeweiligen Futters.
Was bedeutet getreidefreies Nassfutter?
Als getreidefrei werden Rezepturen bezeichnet, bei denen auf Getreide als Bestandteil verzichtet wird.
Zu den bekannten Getreidearten gehören beispielsweise:
- Weizen
- Dinkel
- Roggen
- Gerste
- Hafer
- Mais
- Reis
- Hirse
Eine getreidefreie Rezeptur enthält diese Zutaten entsprechend nicht.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein solches Nassfutter ausschließlich aus Fleisch oder anderen tierischen Bestandteilen bestehen muss.
Auch getreidefreie Rezepturen können verschiedene pflanzliche Zutaten enthalten.
Getreidefrei bedeutet nicht kohlenhydratfrei
Dieser Unterschied ist wichtig.
Wird auf Getreide verzichtet, können andere pflanzliche Zutaten Bestandteil der Rezeptur sein. Dazu gehören beispielsweise:
- Kartoffeln
- Süßkartoffeln
- Erbsen
- Kürbis
- Pastinaken
- anderes Gemüse
Ein getreidefreies Nassfutter kann deshalb durchaus pflanzliche Bestandteile und Kohlenhydratquellen enthalten.
Die Begriffe getreidefrei und kohlenhydratfrei bedeuten somit nicht dasselbe.
Reis und Mais sind ebenfalls Getreide
Gerade bei Reis kommt es gelegentlich zu Missverständnissen. Reis gehört ebenso zu den Getreidearten wie beispielsweise Weizen, Mais, Gerste oder Hafer.
Ein Nassfutter mit Reis ist deshalb nicht getreidefrei, auch wenn es keinen Weizen enthält.
Gleichzeitig bedeutet „weizenfrei“ nicht automatisch „getreidefrei“. Eine Rezeptur kann beispielsweise auf Weizen verzichten und stattdessen Reis oder Hirse enthalten.
Auch solche Angaben sollten deshalb genau voneinander unterschieden werden.
Getreidefrei und glutenfrei sind ebenfalls nicht dasselbe
Auch die Begriffe getreidefrei und glutenfrei beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.
Ein getreidefreies Futter verzichtet auf Getreide insgesamt.
Glutenfrei bedeutet dagegen, dass keine glutenhaltigen Zutaten enthalten sind. Nicht jede Getreideart enthält Gluten.
Beispielsweise sind Reis und Mais Getreidearten, enthalten jedoch von Natur aus kein Gluten.
Ein Nassfutter kann daher Getreide enthalten und trotzdem glutenfrei sein.
Und was ist mit Buchweizen, Quinoa und Amaranth?
Bei Zutaten wie Buchweizen, Quinoa oder Amaranth kann die Bezeichnung für zusätzliche Verwirrung sorgen.
Sie werden häufig ähnlich wie Getreide verwendet, gehören botanisch jedoch nicht zu den klassischen Getreidearten und werden deshalb als Pseudogetreide bezeichnet.
Eine Rezeptur kann somit beispielsweise Buchweizen enthalten und trotzdem als getreidefrei angeboten werden.
Auch hier zeigt sich, warum ein Blick auf die tatsächliche Zusammensetzung aussagekräftiger ist als eine einzelne hervorgehobene Angabe auf der Vorderseite.
Ist getreidefreies Nassfutter automatisch fleischreicher?
Nein.
Aus der Angabe „getreidefrei“ lässt sich nicht ableiten, wie hoch der Fleischanteil oder der Anteil anderer tierischer Bestandteile eines Nassfutters ist.
Ein Hersteller kann Getreide beispielsweise durch Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchte oder andere Zutaten ersetzen. Eine andere getreidefreie Rezeptur kann dagegen überwiegend aus tierischen Bestandteilen bestehen.
Ebenso kann ein Nassfutter mit Getreide einen hohen Anteil tierischer Bestandteile besitzen.
Fleischanteil und Getreidefreiheit sind deshalb zwei unterschiedliche Merkmale einer Rezeptur.
Ist Nassfutter mit Getreide minderwertiger?
Auch diese Schlussfolgerung lässt sich nicht allgemein ziehen.
Die bloße Tatsache, dass beispielsweise Reis, Hirse oder Hafer in einer Rezeptur enthalten sind, sagt noch nicht aus, dass das gesamte Futter minderwertig ist.
Ebenso macht der Verzicht auf Getreide ein Nassfutter nicht automatisch hochwertig.
Um ein Produkt einzuordnen, sollte deshalb die gesamte Zusammensetzung betrachtet werden: Welche Zutaten wurden verwendet? In welchen Mengen werden sie angegeben? Welche Proteinquellen enthält das Futter? Handelt es sich um ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel? Und welche weiteren Angaben macht der Hersteller?
Getreide und Futtermittelunverträglichkeiten
Auch beim Thema Unverträglichkeiten sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass Getreide grundsätzlich problematisch ist.
Hunde können auf unterschiedliche Bestandteile eines Futters reagieren. Dazu können sowohl tierische als auch pflanzliche Bestandteile gehören.
Besteht der Verdacht, dass ein Hund auf eine bestimmte Futterkomponente reagiert, sollte deshalb nicht allein aufgrund allgemeiner Aussagen im Internet auf einen bestimmten Auslöser geschlossen werden.
Bei anhaltenden Beschwerden oder dem Verdacht auf eine Futtermittelallergie ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Monoprotein und getreidefrei sind zwei verschiedene Eigenschaften
Auch Monoprotein und getreidefrei werden häufig miteinander verbunden, beschreiben jedoch völlig unterschiedliche Eigenschaften eines Nassfutters.
Ein Monoprotein-Nassfutter kann Getreide enthalten.
Ein getreidefreies Nassfutter kann wiederum mehrere tierische Proteinquellen enthalten.
Beispielsweise könnte eine Rezeptur mit nur Rind als tierischer Proteinquelle zusätzlich Reis enthalten. Sie wäre dann Monoprotein, aber nicht getreidefrei.
Eine andere Rezeptur könnte Rind und Huhn mit Kartoffeln kombinieren. Sie wäre getreidefrei, aber kein Monoprotein.
Die Begriffe sollten deshalb unabhängig voneinander betrachtet werden.
Mit oder ohne Getreide – was ist besser?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Manche Hundehalter möchten bewusst ein getreidefreies Nassfutter verwenden. Andere entscheiden sich für eine Rezeptur mit Reis, Hirse oder einer anderen Getreideart.
Beides sind zunächst unterschiedliche Fütterungskonzepte.
Für die Beurteilung eines Nassfutters ist deshalb weniger entscheidend, ob auf der Vorderseite groß „getreidefrei“ steht, sondern was die vollständige Deklaration über das Produkt verrät.
Getreidefreiheit ist damit ein Merkmal einer Rezeptur – aber für sich allein weder ein Qualitätsmerkmal noch ein Beleg dafür, dass ein Nassfutter für jeden Hund besser geeignet ist.
Wie viel Nassfutter braucht ein Hund?
Wie viel Nassfutter ein Hund am Tag benötigt, lässt sich nicht mit einer einzigen Grammzahl oder Prozentangabe beantworten. Das Körpergewicht ist zwar ein wichtiger Anhaltspunkt, reicht für die Bestimmung der passenden Futtermenge allein jedoch nicht aus.
Neben dem Hund selbst spielt auch das konkrete Nassfutter eine Rolle. Verschiedene Produkte können unterschiedlich viel Energie liefern. Deshalb kann sich die benötigte Futtermenge sowohl von Hund zu Hund als auch von Produkt zu Produkt unterscheiden.
Die Fütterungsempfehlung des Herstellers als Ausgangspunkt
Bei einem fertigen Nassfutter bietet die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung eine praktische erste Orientierung.
Sie bezieht sich auf das jeweilige Produkt und ist deshalb hilfreicher als eine allgemeine Tabelle, die ausschließlich nach dem Körpergewicht des Hundes unterscheidet. Die genannten Mengen sind allerdings Richtwerte und keine für jeden Hund exakt passende Dosierung.
Warum eine allgemeine Prozentformel nur begrenzt weiterhilft
Häufig findet man die Empfehlung, einem Hund täglich einen bestimmten Prozentsatz seines Körpergewichts als Nassfutter zu geben.
Eine solche Faustformel berücksichtigt jedoch nicht ausreichend, welches Nassfutter tatsächlich gefüttert wird. Zwei Produkte können beispielsweise für einen 20 Kilogramm schweren Hund vorgesehen sein und trotzdem unterschiedliche Tagesmengen aufweisen.
Deshalb wäre eine pauschale Aussage wie „Ein 20-kg-Hund benötigt täglich 500 g Nassfutter“ für einen allgemeinen Nassfutter-Ratgeber zu ungenau.
Wovon hängt die Futtermenge ab?
Neben dem verwendeten Nassfutter können verschiedene Eigenschaften und Lebensumstände des Hundes eine Rolle spielen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Körpergewicht
- Alter und Lebensphase
- Aktivität und Bewegung
- Körperzustand und Gewichtsentwicklung
- individuelle Energieverwertung
- Kastration
- besondere Lebenssituationen wie Trächtigkeit oder Säugezeit
Auch zusätzlich gefütterte Lebensmittel sollten berücksichtigt werden. Bekommt ein Hund regelmäßig Leckerlis oder Kauartikel, gehören diese ebenfalls zur gesamten täglichen Fütterung.
Ein praktisches Beispiel
Wie die Fütterungsempfehlung genutzt werden kann, lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen.
Angenommen, der Hersteller eines bestimmten Nassfutters gibt für die entsprechende Gewichtsklasse eine Tagesmenge von 500 bis 650 g an. Dann kann dieser Bereich zunächst als Orientierung für genau dieses Produkt dienen.
Die Angabe bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund dieser Gewichtsklasse exakt diese Menge benötigt. Ein aktiver Hund kann einen anderen Bedarf haben als ein weniger aktiver Hund. Auch Körperzustand, Lebensphase und zusätzlich gefütterte Leckerlis oder Kauartikel können eine Rolle spielen.
Das Beispiel zeigt deshalb vor allem, wie eine Herstellerempfehlung verwendet werden kann – nicht, dass 500 bis 650 g eine allgemeingültige Futtermenge darstellen.
Körpergewicht und Körperzustand beobachten
Ob die gewählte Futtermenge langfristig zum Hund passt, zeigt sich nicht allein anhand einer Tabelle oder Berechnung.
Hilfreich ist es deshalb, Gewicht und Körperzustand regelmäßig im Blick zu behalten. Zur Einschätzung des Körperzustands werden häufig auch die Körperform und die Tastbarkeit der Rippen herangezogen. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Körperbau und Erscheinungsbild zwischen verschiedenen Hunden und Rassen unterschiedlich sein können.
Verändert sich das Gewicht dauerhaft deutlich, sollte geprüft werden, ob die Futtermenge noch zur aktuellen Situation des Hundes passt. Bei unerklärlichen oder stärkeren Gewichtsveränderungen sollte dies tierärztlich abgeklärt werden.
Welpen, erwachsene Hunde und Senioren haben unterschiedliche Anforderungen
Die benötigte Futtermenge kann sich im Laufe des Hundelebens verändern.
Ein wachsender Hund hat andere Anforderungen als ein ausgewachsener Hund. Ebenso können sich Aktivität und Energiebedarf im höheren Alter verändern.
Eine einmal ermittelte Futtermenge sollte deshalb nicht automatisch als unveränderlicher Wert für das gesamte Hundeleben betrachtet werden. Bei Welpen ist insbesondere die Fütterungsempfehlung für die jeweilige Wachstumsphase zu beachten.
Wie oft sollte die Tagesmenge gefüttert werden?
Die benötigte Tagesmenge und die Anzahl der Mahlzeiten sind zwei unterschiedliche Fragen.
Wie die Tagesration über den Tag verteilt wird, kann an den Hund und die jeweilige Fütterungssituation angepasst werden. Eine allgemeine Regel, nach der jeder ausgewachsene Hund zwingend zu bestimmten Uhrzeiten oder mit derselben Anzahl an Mahlzeiten gefüttert werden muss, lässt sich daraus nicht ableiten.
Leckerlis und Kauartikel nicht vergessen
Zur täglichen Fütterung gehört nicht nur das Nassfutter im Napf.
Auch Leckerlis, Kauartikel und andere zusätzlich gefütterte Lebensmittel liefern Energie. Gerade wenn davon regelmäßig größere Mengen gegeben werden, sollten sie bei der gesamten Tagesration nicht übersehen werden.
So kannst du die Nassfuttermenge praktisch bestimmen
Statt mit einer pauschalen Prozentformel zu beginnen, kannst du Schritt für Schritt vorgehen:
- **Fütterungsempfehlung ansehen:** Nimm die Mengenangabe auf dem verwendeten Nassfutter als Ausgangspunkt.
- **Passenden Richtwert auswählen:** Orientiere dich an den Herstellerangaben für Körpergewicht und gegebenenfalls Lebensphase.
- **Zusätzliche Fütterung berücksichtigen:** Beziehe regelmäßig gefütterte Leckerlis, Kauartikel und andere Lebensmittel mit ein.
- **Gewicht und Körperzustand beobachten:** Prüfe über einen längeren Zeitraum, wie sich dein Hund entwickelt.
- Menge bei Bedarf anpassen: Passt der Ausgangswert dauerhaft nicht zur Entwicklung des Hundes, kann die Menge schrittweise angepasst werden.
Die passende Futtermenge ist individuell
Eine Fütterungsempfehlung liefert einen Ausgangspunkt, keine universelle Grammzahl.
Wie viel Nassfutter letztlich zum einzelnen Hund passt, hängt vom verwendeten Produkt und von individuellen Faktoren ab. Deshalb ist es sinnvoller, mit der Empfehlung des konkreten Nassfutters zu beginnen und anschließend zu beobachten, wie sich Gewicht und Körperzustand entwickeln.
So lässt sich die Futtermenge nachvollziehbar an den eigenen Hund anpassen, ohne sich auf eine pauschale Gramm- oder Prozentangabe verlassen zu müssen.
Nassfutter richtig umstellen
Wird auf ein anderes Nassfutter gewechselt, muss die Umstellung nicht bei jedem Hund nach demselben festen Zeitplan erfolgen. Hunde können unterschiedlich auf Veränderungen ihrer Fütterung reagieren. Deshalb ist es sinnvoll, die Umstellung am eigenen Hund auszurichten.
Schrittweise auf ein neues Nassfutter wechseln
Eine Möglichkeit besteht darin, das bisherige Futter nach und nach durch das neue Nassfutter zu ersetzen. Zu Beginn wird nur ein kleiner Teil der bisherigen Portion ausgetauscht. Anschließend kann der Anteil des neuen Futters schrittweise erhöht werden, bis schließlich vollständig das neue Nassfutter gefüttert wird.
Wie schnell dieser Wechsel erfolgen kann, hängt vom einzelnen Hund ab. Deshalb verzichten wir bewusst auf einen starren Zeitplan.
Den Hund während der Umstellung beobachten
Während des Futterwechsels lohnt es sich, darauf zu achten, wie der Hund auf das neue Nassfutter reagiert. Veränderungen bei Kotkonsistenz, Verdauung oder Akzeptanz des Futters können Hinweise darauf geben, wie die Umstellung verläuft.
Treten vorübergehend Veränderungen auf, kann es sinnvoll sein, den nächsten Schritt der Umstellung nicht sofort vorzunehmen. Bei stärkeren, anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Auch die Futtermenge kann sich ändern
Beim Wechsel auf ein anderes Nassfutter sollte nicht automatisch die bisherige Grammmenge übernommen werden.
Verschiedene Nassfuttersorten können sich in ihrer Zusammensetzung und ihrem Energiegehalt unterscheiden. Deshalb lohnt sich beim Wechsel auch ein Blick auf die Fütterungsempfehlung des neuen Produktes.
Mehr zur Futterumstellung
Wenn du dich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchtest, findest du weitere Informationen in unserem Ratgeber zur Futterumstellung beim Hund.
Nassfutter richtig lagern
Die richtige Lagerung von Nassfutter hängt vor allem davon ab, ob die Verpackung noch ungeöffnet oder bereits angebrochen ist. Während ungeöffnete Dosen, Schalen oder Beutel in der Regel ohne Kühlung gelagert werden können, gehört geöffnetes Nassfutter in den Kühlschrank.
Ungeöffnetes Nassfutter aufbewahren
Ungeöffnetes Nassfutter sollte trocken, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nicht unnötig hohen Temperaturen ausgesetzt gelagert werden. Ein Vorratsschrank oder eine geeignete Vorratskammer bietet sich dafür beispielsweise an.
Für die Haltbarkeit ist das auf der Verpackung angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum maßgeblich. Pauschale Angaben wie „Dosen sind immer 36 Monate haltbar“ sind deshalb wenig hilfreich, da sich die Haltbarkeit je nach Produkt und Verpackung unterscheiden kann.
Vor dem Öffnen lohnt sich außerdem ein Blick auf die Verpackung. Stark beschädigte, undichte oder auffällig aufgeblähte Verpackungen sollten nicht verwendet werden.
Geöffnetes Nassfutter gehört in den Kühlschrank
Bleibt nach einer Mahlzeit Nassfutter übrig, sollte es abgedeckt beziehungsweise in einem geeigneten verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Das restliche Nassfutter kann entweder in der geöffneten Dose bleiben und mit einem passenden Dosendeckel abgedeckt werden oder in einen sauberen, verschließbaren Behälter umgefüllt werden.
Wie lange ein geöffnetes Produkt nach dem Öffnen aufbewahrt werden kann, sollte zunächst anhand der Herstellerangaben auf der Verpackung geprüft werden. Häufig werden für geöffnetes Nassfutter nur wenige Tage im Kühlschrank angegeben.
Sauberkeit bei der Aufbewahrung
Auch die Hygiene spielt bei geöffnetem Nassfutter eine Rolle. Zum Entnehmen des Futters sollten saubere Löffel oder andere saubere Utensilien verwendet werden.
Futterreste, die bereits längere Zeit im Napf gestanden haben, sollten nicht einfach wieder zurück in die Dose oder den Vorratsbehälter gegeben werden. Wie schnell Nassfutter im Napf nicht mehr verwendet werden sollte, hängt unter anderem von der Umgebungstemperatur ab. Gerade bei warmem Wetter können sich die Bedingungen entsprechend schneller verändern.
Auch der Futternapf sollte regelmäßig gründlich gereinigt werden.
Nassfutter aus dem Kühlschrank vor der Fütterung
Gekühltes Nassfutter kann vor der Fütterung rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden, damit es nicht mehr stark gekühlt in den Napf kommt.
Wer nicht warten möchte, kann die benötigte Portion auch schonend auf eine angenehmere Temperatur bringen, beispielsweise indem etwas warmes Wasser unter das Futter gemischt wird. Eine Portion kann auch in einem dafür geeigneten Gefäß vorsichtig erwärmt werden.
Dabei sollte das Nassfutter nicht heiß verfüttert werden. Nach dem Erwärmen sollte deshalb geprüft werden, dass das Futter eine geeignete Temperatur hat.
Eine feste Vorgabe wie „immer genau 20 oder 30 Minuten vorher herausnehmen“ ist nicht notwendig. Wie schnell sich das Futter erwärmt, hängt beispielsweise von der Portionsgröße, der Ausgangstemperatur und der gewählten Methode ab.
Im Zweifel Herstellerangaben beachten
Bei der Lagerung sollte immer auch die konkrete Verpackung berücksichtigt werden. Hersteller können für ihre Produkte unterschiedliche Hinweise zur Lagerung nach dem Öffnen geben.
Deshalb gilt insbesondere bei der Frage, wie lange angebrochenes Nassfutter im Kühlschrank aufbewahrt werden kann, die Angabe des jeweiligen Herstellers als wichtige Orientierung.
So lässt sich Nassfutter sachgerecht aufbewahren, ohne mit pauschalen Haltbarkeitszeiten oder festen Temperaturangaben zu arbeiten, die nicht auf jedes Produkt und jede Verpackungsform übertragbar sind.
Nassfutter bei funem
Bei funem findest du Nassfutter mit unterschiedlichen Rezepturen und Fütterungskonzepten. Dazu gehören beispielsweise zusammengestellte Menüs ebenso wie Pur- und Reinfleischprodukte. Auch bei den verwendeten Proteinquellen und der Zusammensetzung unterscheiden sich die Produkte.
Die folgenden Marken geben dir einen Überblick über die verschiedenen Nassfutterkonzepte in unserem Sortiment. Welche Variante zum eigenen Hund und zur gewünschten Fütterung passt, lässt sich anhand der Zusammensetzung, Deklaration und vorgesehenen Verwendung des jeweiligen Produktes beurteilen.
mÿ von Paul & Paulina – Menüs und Pur-Fleisch
Bei mÿ von Paul & Paulina finden sich unterschiedliche Nassfutterkonzepte innerhalb einer Produktlinie. Im funem-Sortiment stehen dabei vor allem die mÿ Signature Menüs sowie mÿ Pure.
Die Signature-Linie zeigt gut, wie unterschiedlich Nassfutter-Menüs aufgebaut sein können. Je nach Sorte werden verschiedene tierische Bestandteile mit ausgewählten weiteren Zutaten kombiniert. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich zwischen den einzelnen Rezepturen.
Mit mÿ Pure findet sich daneben auch ein anderes Konzept im Sortiment. Hier stehen die angegebenen tierischen Bestandteile im Mittelpunkt. Damit lässt sich an einer Produktlinie bereits der Unterschied zwischen einem zusammengestellten Menü und einer Pur-Variante erkennen, den wir weiter oben im Ratgeber grundsätzlich erklärt haben.
Bei der Auswahl lohnt sich deshalb auch innerhalb einer Marke der Blick auf die Deklaration des jeweiligen Produktes. Produktlinie, verwendete Proteinquelle, Zusammensetzung und die Einordnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel sollten jeweils am konkreten Nassfutter betrachtet werden.
→ mÿ Nassfutter von Paul & Paulina bei funem entdecken
Lakefields – Nassfutter aus eigener Manufaktur
Lakefields ist nicht nur eine Hundefuttermarke, sondern stellt sein Futter in der eigenen Manufaktur in Gottmadingen am Bodensee her. Nach Angaben des Herstellers findet dort der Produktionsprozess von der Verarbeitung der angelieferten Rohstoffe über die Herstellung bis zur Etikettierung der fertigen Produkte statt.
Beim Nassfutter bietet Lakefields unterschiedliche Konzepte an. Im funem-Sortiment finden sich sowohl zusammengestellte Menüs als auch Pur-Fleischprodukte. Bei den Menüs werden tierische Bestandteile mit weiteren Zutaten wie Gemüse, Obst oder Kartoffeln kombiniert. Welche Zutaten tatsächlich enthalten sind und in welchen Anteilen sie eingesetzt werden, zeigt die Deklaration der jeweiligen Sorte.
Eine Besonderheit ist auch das Herstellungsverfahren. Nach Angaben von Lakefields werden die Nassfutterdosen in der eigenen Manufaktur im Wasserbad gegart. Der Hersteller gibt außerdem an, Zutaten in Lebensmittelqualität zu verwenden und Rohstoffe aus der Bodenseeregion zu beziehen.
Die Rezepturen werden laut Lakefields gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickelt. Je nach Produkt unterscheiden sich die Rezepturen hinsichtlich der verwendeten tierischen und pflanzlichen Bestandteile sowie weiterer Eigenschaften.
Auch bei Lakefields gilt deshalb, was wir weiter oben im Ratgeber bereits erklärt haben: Begriffe wie getreidefrei, Monoprotein oder Pur beschreiben bestimmte Merkmale einer Rezeptur. Sie ersetzen jedoch nicht den Blick auf das konkrete Produkt. Ob ein Nassfutter als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel vorgesehen ist und wie es genau zusammengesetzt ist, lässt sich anhand der jeweiligen Deklaration erkennen.
→ Lakefields Nassfutter bei funem entdecken
Lunderland – Reinfleisch und Komponentenfütterung
Lunderland verfolgt beim Nassfutter ein anderes Konzept als klassische Produktlinien, die überwiegend fertig zusammengestellte Menüs anbieten. Ein wesentlicher Bestandteil des Sortiments sind Fleischdosen, die als einzelne Komponenten einer individuell zusammengestellten Fütterung verwendet werden können.
Das Dosensortiment umfasst unterschiedliche Varianten. Bei den Reinfleisch-Dosen steht eine Tierart beziehungsweise ein bestimmter tierischer Bestandteil im Mittelpunkt. Daneben gibt es Mix-Dosen, in denen verschiedene Fleischkomponenten derselben Tierart miteinander kombiniert werden. Ergänzt wird das Sortiment durch Menü- und weitere Spezialdosen.
Dieses Prinzip gehört zum Konzept der von Lunderland bezeichneten Komponentenfütterung. Dabei können tierische Bestandteile mit weiteren Komponenten wie Flocken, Ölen oder Ergänzungsfuttermitteln kombiniert werden. Dadurch unterscheidet sich dieses Konzept von einem fertig zusammengestellten Nassfutter, bei dem die gesamte Rezeptur bereits in einer Dose enthalten ist.
Gerade bei den Fleischdosen ist deshalb die Deklaration als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel wichtig. Eine Dose mit einer überschaubaren oder ausschließlich tierischen Zusammensetzung ist nicht allein aufgrund ihres Fleischanteils für die alleinige dauerhafte Fütterung vorgesehen. Welche Verwendung für das jeweilige Produkt vorgesehen ist, ergibt sich aus seiner Deklaration.
Lunderland setzt bei seinem Sortiment auf klar ausgewiesene Zutaten und eine nachvollziehbare Zusammensetzung. Dadurch lässt sich erkennen, welche Bestandteile mit der jeweiligen Dose in die Fütterung eingebracht werden. Für unseren Nassfutter-Ratgeber ist Lunderland damit ein gutes Beispiel dafür, dass Nassfutter nicht zwangsläufig ein bereits vollständig zusammengestelltes Menü sein muss.
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Brimo – Nassfutter aus eigener Manufaktur
Brimo ist eine deutsche Tiernahrungsmanufaktur mit eigener Herstellung in Wehrheim. Die Nassfutter-Rezepturen sind übersichtlich aufgebaut und kombinieren je nach Sorte unterschiedliche tierische Bestandteile mit beispielsweise Gemüse, Kartoffeln, Reis, Buchweizen oder Quinoa.
Eine Besonderheit liegt in der Herstellung. Die Zutaten werden nach Angaben des Herstellers kalt abgefüllt und anschließend im Autoklaven gegart. Brimo gibt außerdem an, Zutaten in Lebensmittelqualität zu verwenden und auf künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe zu verzichten.
Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich nicht nur durch ihre tierischen Bestandteile. Auch die weiteren Zutaten variieren: Während einige Rezepturen beispielsweise Kartoffeln oder Gemüse enthalten, werden bei anderen Reis, Buchweizen oder Quinoa eingesetzt. Dadurch zeigt Brimo zugleich, dass Nassfutter innerhalb einer Marke unterschiedlich zusammengesetzt sein kann und getreidefrei nicht das einzige mögliche Rezepturkonzept darstellt.
Wie bei allen Nassfuttersorten ist auch bei Brimo die aktuelle Deklaration des jeweiligen Produktes entscheidend. Sie zeigt die genaue Zusammensetzung und gibt an, ob das betreffende Futter als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel vorgesehen ist. Da sich Rezepturen oder deren futtermittelrechtliche Einordnung ändern können, sollte hierfür immer die Kennzeichnung des aktuell angebotenen Produktes herangezogen werden.
Häufige Fragen zu Nassfutter für Hunde
Ist Nassfutter automatisch ein Alleinfuttermittel?
Antwort: Nein. Nassfutter beschreibt zunächst die Futterform und sagt noch nichts darüber aus, ob das Produkt für die alleinige Fütterung vorgesehen ist. Nassfutter kann als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel angeboten werden. Entscheidend ist die entsprechende Deklaration auf dem Produkt.
Ist ein hoher Fleischanteil bei Nassfutter automatisch besser?
Antwort: Nein. Der angegebene Fleischanteil ist zunächst eine Information über die Zusammensetzung. Er sagt allein noch nichts über die gesamte Rezeptur oder die vorgesehene Verwendung des Futters aus. Außerdem sollte darauf geachtet werden, welche tierischen Bestandteile in der angegebenen Menge zusammengefasst sind.
Was bedeutet Monoprotein bei Nassfutter?
Antwort: Bei einem Monoprotein-Nassfutter steht eine tierische Proteinquelle im Mittelpunkt. Je nach Rezeptur können dennoch verschiedene Bestandteile derselben Tierart sowie pflanzliche Zutaten enthalten sein. Monoprotein bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das Futter ausschließlich aus Muskelfleisch oder überhaupt nur aus einer einzigen Zutat besteht.
Ist getreidefreies Nassfutter grundsätzlich besser?
Antwort: Nein. Getreidefrei beschreibt eine Eigenschaft der Rezeptur, ist aber für sich genommen kein Qualitätsmerkmal. Bei getreidefreien Produkten können beispielsweise Kartoffeln, Süßkartoffeln oder andere pflanzliche Zutaten verwendet werden. Entscheidend ist die Zusammensetzung des konkreten Futters und welche Anforderungen der Hundehalter an die Fütterung stellt.
Ist Reinfleisch dasselbe wie ein Alleinfuttermittel?
Antwort: Nein. Begriffe wie Reinfleisch oder Pur-Fleisch beschreiben zunächst die Zusammensetzung beziehungsweise das Produktkonzept. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, ob das Futter für die alleinige Fütterung vorgesehen ist. Auch hier sollte die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel geprüft werden.
Wie viel Nassfutter braucht ein Hund am Tag?
Antwort: Eine allgemeingültige Grammzahl gibt es nicht. Die benötigte Menge hängt sowohl vom verwendeten Nassfutter als auch vom einzelnen Hund ab. Körpergewicht, Alter, Aktivität, Körperzustand und zusätzlich gefütterte Leckerlis oder Kauartikel können eine Rolle spielen. Als Ausgangspunkt kann die Fütterungsempfehlung des jeweiligen Herstellers dienen.
Wie lange ist geöffnetes Nassfutter haltbar?
Antwort: Nach dem Öffnen sollte Nassfutter abgedeckt beziehungsweise in einem geeigneten verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wie lange es dort aufbewahrt werden kann, kann sich je nach Produkt unterscheiden. Deshalb sollte die entsprechende Herstellerangabe auf der Verpackung beachtet werden.
Muss ein neues Nassfutter langsam eingeführt werden?
Antwort: Das lässt sich nicht für jeden Hund mit demselben Zeitplan beantworten. Eine Möglichkeit besteht darin, das bisherige Futter schrittweise durch das neue Nassfutter zu ersetzen und dabei zu beobachten, wie der Hund auf den Wechsel reagiert. Wie schnell die Umstellung erfolgen kann, hängt vom einzelnen Hund und der jeweiligen Fütterungssituation ab.
Quellen & weiterführende Literatur
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln
Europäische Rechtsgrundlage unter anderem für die Kennzeichnung und die Angaben zu Futtermitteln. - FEDIAF – Code of Good Labelling Practice for Pet Food (2024)
Leitfaden zur Kennzeichnung von Heimtierfutter und zur praktischen Anwendung der europäischen Kennzeichnungsvorschriften. - FEDIAF – Understanding Pet Food Labels
Weiterführende Informationen zum Verständnis von Zusammensetzung, Zusatzstoffen, analytischen Bestandteilen und Fütterungsempfehlungen auf Heimtierfutter-Etiketten.








